Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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165 Heimath, die Entfernung von allen den Personen, die mir werth und LH euer ftttb2) . . . 3. An die Mutter. Paris, den 5. May 1831. Jnnigstgeliebte Mutter! Dein lieber Brief vom 10. vorigen Monats gewährte mir wie jeder seiner Vorgänger heitere Stunden und einige Beruhigung über manche Punkte, die mir in den letzten Monaten mancherlei Sorgen machten. Ich befürchtete nämlich die noch immer fortdauernde Ungewißheit über einen möglichen Krieg, und die für uns daraus entspringenden Unannehmlichkeiten möchten sich Deiner Einbildung schon im voraus unter grelleren Farben darstellen, als wir bei reiflicher Ueberlegung und näherer Betrachtung an ihnen finden. Dein Brief läßt mich hoffen, daß Du über diesen Punkt ziemlich beruhigt bist. Wir haben jetzt Aussichten auf die Dauer des Friedens; sollte es aber dennoch zum Kriege kommen, so bin ich nicht Deiner Meinung, daß es für mich besser sei, in Paris zu bleiben. Wäre auch meine Lage hier noch so glänzend, so würde ich doch gewiß keinen Augenblick Bedenken tragen, sie aufzugeben, wenn ich gezwungen wäre, auf unbestimmte Zeit der schriftlichen Unterhaltung mit Dir zu entsagen. Sollte dies die unerläßliche Bedingung meines Hierbleibens sein, so ist meine Abreise fest beschlossen. Auf indirectem Wege zu correspondiren wäre freilich nicht unmöglich, doch mit manchen Schwierigkeiten verknüpft. Aber, wie gesagt, es ist jetzt mehr Wahrscheinlichkeit für den Frieden, und wir wollen uns nicht im Voraus unnöthige Sorge machen. 4. An die Mutter. Meudon bei Paris, den 25. August 1831. Theuerste Mutter! . . . Weiß hat in seinem Briefe an Herrn Meyer bemerkt, daß ich auf dem Lande wohne. Dieser an sich unbedeutenden und unschuldigen Plauderhaftigkeit verdanke ich zwei Briefe, den einen von John Meyer und Karoline, den andern von Charlotte, welche mir ohne Dein Wissen überschickt wurden, und aus welchen ich erfahre, daß Weißens Bericht Dich beunruhigt. Es thut mir jetzt leid, daß ich Dir es nicht selbst in meinem vorigen Schreiben mitgetheilt habe. Ich datirte es aus Paris, und wirklich schrieb ich es dort an einem Tage, wo Geschäfte mich dahin gerufen hatten.' Ich hielt es für unnöthig. Dir anzuzeigen, daß ich V) Briefe aus den Jahren 1828—1830 sind nicht erhalten. Aus dem Jahre 1829 sind nur ein paar Zeilen gleichgültigen Inhalts, an die Schwester gerichtet, vorhanden.