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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 162

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
Date
1899-01-01
Page
Seite 162 (sequence 15)
Language
German
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162 hatte, verstand er die erstaunliche Kunst, seiner über alles geliebten Mutter in der Heimath davon eine Jahresrente von 1200 Franken zu geben. „Man durchdringt das Geheiwniß dieses wunderbaren Systems der häuslichen Oekonomie", sagt Adolf Franck in seiner Gedenkrede, „wenn man erfährt, daß er die Feder in der Hand hatte oder von Schülern umgeben war von 4 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends, und daß er bei alledem ein offenes Herz und eine offene Hand für jeden Hilfsbedürftigen und bei aller Ueberbürdung selbst die Zeit hatte, Jahre lang zu bestimmten Stunden armen Kindern unentgeltlich jüdischen Religions-Unterricht zu ertheilen." Ein lebhafter niemals unterbrochener Briefwechsel) erhieltihn in stetem Zusammenhänge mit den theuren Angehörigen. Mit der liebenswürdigsten Theilnahme verfolgte er zu jeder Zeit alle die kleinen Vorgänge in dem engen und beschränkten Jntereffenkreise der Mutterund der Schwestern, und nichts Großes und nichts Kleines gab es in seinem eigenen Leben, worüber er nicht eingehend und genau in Redlichkeit und anmuthender Bescheidenheit den geliebten Menschen Rechenschaft gegeben hätte. Wie ein kostbares Kleinod wurden seine Briefe in der Heimath in Empfang genowmen und aufbewahrt. Als ein theures Erbgut gingen sie, liebevoll vermehrt durch zahlreiche gedruckte Notizen, welche die Sammler sich von allen Ecken und Enden zu verschaffen wußten, von Hand zu Hand in der Familie, bis sie vom -letzten Erben, dem Sanitätsrath Dr. Samuel Meyer, der Bibliothek des jüdisch-theologischen Seminars als Eigenthum überwiesen wurden. Ich gebe aus der weit über zweihundert Nummern umfassenden Sammlung in chronologischer Reihenfolge einen wörtlichen knappen und gedrängten Auszug derjenigen Aeußerungen, welche zur Würdigung des außerordentlichen Mannes, dessen eingehende Biographie noch immer ungeschrieben ist, einen bescheidenen Beitrag liefern sollen. In den hinzugefügten Noten habe ich mich auf die unentbehrlichsten Erläuterungen beschränkt. i) Der älteste ist vom 30. Februar 1824, der jüngste vom 7. Novbr. 1866 datirt. Die an die Mutter gerichteten sind mit jüdisch-deutschen Lettern geschrieben.

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