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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 159

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
Date
1899-01-01
Page
Seite 159 (sequence 12)
Language
German
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159 „Wie Derne Kraft des Adlers Aug' verjüngt So, Herr, den Dulder4), der im Dunkeln ringt. Mit Deinem Strahl begnade und belohne!" Das Werk eröffnete ihm 1858 die Pforten der Akademie der Inschriften und schönen Wissenschaften, nachdem er kurze Zeit vorher zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden war^). Einige Jahre später ersetzte er Ernst Renan als Professor der hebräischen, chaldäischen und syrischen Sprache am vollere de Francei) * 3). Stets wohnte seinen Vorträgen, wie ein Zeitgenosse berichtet, eine zahlreiche Versammlung bei. Leicht und gefällig flössen seine Worte. In dem Maße, in dem er auf den Gegenstand seines Vortrages näher einging, belebten sich seine Züge. Der blinde Greis als Erläüterer der Texte, die er von einem Assistenten an die Tafel schreiben ließ, als Redner und Lehrer vor der aufmerksam lauschenden Zuhörerschaft — es war ergreifend und seltsam zugleich, es lag in dem Auftritt eine gewisse antike Großheit, die einen Poeten zu einem epischen Gedichte hätte begeistern können. Neben dieser Lehrthätigkeit setzte er seine literarischen Arbeiten eifrig fort. In Abständen von fünf zu fünf Jahren erschien die Fortsetzung und der Schluß seiner Ausgabe des „Führers". In der ewigen Nacht, die ihn umfing, unternahm er es, alte phönizische Inschriften an aufgefundenen Denkmälern zu entziffern, und obgleich er sich dabei die Form der noch dazu lädirten Schristzeichen von seinen Gehülfen mußte erklären lassen, fanden seine Auslegungen dennoch den allgemeinen Beifall der Gelehrten^). Auch seine Glaubensgenossen beriefen ihn zum höchsten Ehrenamt, das sie zu vergeben hatten. Sie ernannten ihn zum ordentlichen Mitglied des Central - Konsistoriums der Israeliten Frankreichs, dessen Sekretär er vorher Jahre lang i) Der Ausdruck entspricht dem hebräischen Worte £n, in welchem zugleich akrostichisch (— Rabbi Schelomoh) Munks Vornmne angedeutet ist. — 2) Vgl. die Briefe NNr. 40, 41 u. 42. — 3) Vgl. den Brief Nr. 43. — 4) Journal asiatique, Serie VI, Th eil X, 1867, Gedenkrede Julius Moh 1 's, S. 29.

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