Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 11)
- Language
- German
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158 einigen vom Schiffbruch geretteten litterarffchen Trümmern Trost zu holen." „In der That erscheint es zweifelhaft," bemerkt im Anschluß an diese tief ergreifenden Worte der Recensent des ersten Bandes im Magazin für die Litteratur des Auslandes*), „ob mehr die mächtige Gedächtnißkraft anzustaunen oder die nur aus der Begeisterung für die Wissenschaft geschöpfte Geduld zu bewundern sei, daß unter den vielen Hunderten von Citaten, die nicht als erborgter, wohlfeiler Flitterputz dem Texte anhangen, sondern ihn als wahre Illustrationen Schritt für Schritt begleiten, nur drei nicht genau nach der Seitenzahl angegeben werden konnten". Der allgemeinen Bewunderung des „Blinden und seines Führers" gab damals der berühmte neuhebräische Dichter Sam. Dav. Luzzatto in einem formvollendeten Sonnet^) Ausdruck, welches ein dichterisch begabter Neffe Munks wie folgt ins Deutsches übertragen hat. „Der Blinde ist dem Toten gleich zu achten" — So hieß es einst; dies Wort zerstörst Du eben. Wer lebt wie Du ein schöneres, reicheres Leben? Kann doch kein Dunkel Deinen Geist umnachten. Wie mußt' ich staunend jüngst Dein Werk betrachten. Du wußtest ihm das volle Licht zu geben. Die Schleier von den Räthseln wegzuheben, Und brachtest laut'res Gold aus tiefen Schachten. Von Hellas und vom Orient die Sonnen, Du sammelst sie — die Nebel sind zeronnen! D'rum betet Moses4) vor Allvaters Throne: *) Jahrg. 1856, Nr. 104, S. 413. Vgl. auch Kaufmann, der „Führer" Maimuni's in der Weltlitteratur, im „Archiv für Geschichte der Philosophie", Bd. XI (1898), S. 369 ff. — 2) Zuerst gedruckt in der Zeitschrift „Archives Israelites“, und zum zweiten Mal in „Poesie ed epitaffie di 8. P. Luzzatto, opera postuma (Padua 1879,8) S. 318 f. — 3) Zuerst mitgetheilt im Jahrg. 1857 des Magazins für die Litt. d. Ausl., S. 44 und in Luzattos Poesie ed epitaffie«. a. O. fälschlich Jos. Lehmann, dem Redakteur des Magazins, zugeschrieben, jetzt dem wirklichen Verfasser, dem Sanitätsrath Pr. Samuel Meyer, wiedergegeben in den von Carl Biberfeld 1897 heraus gegebenen „Nachgelassenen Gedichten von Pr. S. Meyer", S. 88. — 4) So hieß bekanntlich Maimuni mit seinem Vornamen.