Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 9)
- Language
- German
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15Ö Dictionnaire des Sciences philosopliiques, seine scharfsinnigen Untersuchungen über den Kultus der alten Hebräer in seinen Beziehungen zu den übrigen Religionen des Alterthums, seine überraschenden neuen Aufschlüsse über den Gaon Saadia und den Exegeten Tanchum von Jerusalem, welche zu den Zierden des großen Cahensichen Bibelwerkesft gehören, seine heute noch höchst werthvolle geographische, historische und archäologische Beschreibung Palästinas^), seine Entdeckung, daß der in den Schriften der christlichen Scholastiker viel gerühmte arabische Neuplatoniker Avicebron kein anderer als der wohlbekannte jüdische Dichter Jbn Gabirol fei3), verschafften ihm allmählich Anerkennung, Ruf und Ansehen in der Gelehrtenwelt. Wegen seiner Verdienste um die Sanskrit-Litteratur wurde er 1840 zum Kustos an der Kgl. Bibliothek für die Abtheilung der orientalischen Handschriften ernannt und erhielt dadurch die ersehnte Gelegenheit, unmittelbar aus den reichen Schätzen dieser umfassenden Sammlung zu schöpfen und seine Studien auf diesem Gebiete in weitestem Umfange auszudehnen und zu verfolgen. Eben um dieselbe Zeit war es ihm vergönnt, durch seine meisterhafte Beherrschung der orientalischen Sprachen der gesammten Glaubensgemeinschaft unvergeßliche Dienste zu leisten. Als Begleiter Montefiore's und Cremieux's zog er mit nach Aegypten und half das ruchlose Lügengewebe zerstören, welches die Juden von Damaskus^) beschuldigte, den Kapuziner Thomas zu rituellen Zwecken ermordet zu haben. Hervorragenden Antheil nahm er damals auch an dem Bestreben, die Juden des Orients aus den Banden der Unwissenheit zu befteien und ihnen den Weg zur Theilnahme an den Segnungen der europäischen Kultur zu ebnen. Ja er war, wie aus seinen Briefer?) erhellt, der eigentliche Vater des Gedankens, in i) Sie erschienen 1833 in Bd.IV, 1838 in Bd.IX u. 1843 in Bd.XII des im Text genannten Werkes und sind auch besonders ausgegeben worden. — i) 2) Sie bildet einen Teil einer 1835 begonnenen umfangreichen Sammlung, betitelt: l’Univers pittoresque, histoire et description de tous les peuples. Eine deutsche Hebers, und Bearbeitung des Buches hat M. A. Levy 1871/72 begonnen, aber nur bis S. 267 der 662 SS starken Originalausgabe fortgesetzt. — 3) Zuerst mitgetheilt im Litteraturblatt des „Orients". Jahrg. 1846, No. 46. — 4) Vgl. die gründliche Darstellung bei Graetz XI, 509—548. — 5) Vgl. die Briefe NNr. 32, 33 und 35.