Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 8)
- Language
- German
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155 zu den ersten Zierden der Hochschule gehörten. Daneben setzte er eifrig in alter Weise die jüdisch-theologischen Studien fort. Wenn er nun auch bereits in den ersten Semestern eine kleine Anstellung an dem damals gerade neu eröffnten jüdischen Lehrer-Seminar erhielt, so sah er doch bald ein, daß die Aussicht, innerhalb des preußischen Staates irgend ein einigermaßen einträgliches Gemeinde- oder gar Staats-Amt zu erhalten, äußerst gering war. Diese betrübsame Erkenntniß und der glühende Wunsch, sich in den orientalischen Sprachen zu vervollkommnen, brachte in ihm den Entschluß zur Reife, seine Studien womöglich in Paris, wo damals de Sacy, Chezy und Quatremere lehrten, zum Abschluß zu bringen. Die Mittel dazu gewährte chm die zartsinnige Zuneigung eines edlen und mit Glücksgütern reich gesegneten Altersgenossen, des hochgebildeten und früh verstorbenen Dichters Michael Beer, an den er warm empfohlen worden war, eine Zuneigung, von welcher Munk übrigens sowohl damals als auch später in vornehmer Zurückhaltung stets einen äußerst maßvollen Gebrauch zu machen verstanden hat). Schon im Herbst 1827 verließ er Berlin und blieb zunächst ein Semester in Bonn, wo er, angezogen vom Rufe Freytags, dessen Vorlesungen über die arabische Sprache hörte und zugleich von Niebuhr, A. W. v. Schlegel und Lassen eine Fülle fruchtbarer Anregungen und gediegener Belehrungen erhielt. Im Frühjahr 1828 zog er weiter nach dem Westen. Mit unermüdlichem Eifer und glänzendem Erfolge erwarb er sich in Paris unter der Anleitung der größten Meister, die es damals unter den Zeitgenossen gab, eine tiefe und ausgebreitete Kenntniß des Arabischen, des Sanskrit und des Persischen und entschloß sich, im Hinblick auf die außerordentlich reichhaltigen Hilfsquellen, welche die Bibliotheken dieser Stadt für die Verfolgung der jüdisch-arabischen Studien darboten, hier dauernd seinen Aufenthalt zu nehmen. Durch das Ertheilen von Unterricht, wie in Berlin, und durch die fleißig Mitarbeiterschaft an Zeitschriften und anderen literarischen Unternehmungen erwarb er sich schnell eine unabhängige Stellung. Seine gelehrten Beiträge zur Encyclopedie des gens du monde und zum i) Vgl. die Briefe Nr. 2, 5, 6, 8, 11, 13, 15.