Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 5)
- Language
- German
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152 Frankreich eine neue Heimath. Von Lerneifer angetrieben, kam er mittellos und unbekannt 1828 nach Paris, um seinen sprachwissenschaftlichen Studien den letzten Abschluß zu geben und starb daselbst am 5. Februar 1867 als Mitglied des Instituts von Frankreich, als Professor am College de France, einer Abtheilung der Pariser Universität, als Ritter der Ehrenlegion, als Mitglied des Central-Konsistoriums der französischen Juden und als Mitglied zahlreicher Akademieen und gelehrter Gesellschaften, die es sich allesammt zur Ehre rechneten, diesen ausgezeichneten Gelehrten zu den Ihrigen zählen zu dürfen. Am 14. Mai 1803 erblickte er das Licht der Welt. Er entstammte einer Familie, die seit Beginn des 18. Jahrhunderts mehrfach*) in den Akten erwähnt wird, ohne daß Letzteren abhanden gekommen zu sein. Doch sind die wesentlichen Angaben, bes. diejenigen über den Bildungsgang in der Jugendzeit, in der Klein'schen Skizze richtig enthalten. — *) Vgl. für das Jahr 1702 Berndt, a. a. O. S. 46. Im Jahre 1722 lernen wir einen Juda Israel Munk, der mit Allem, was ihm in die Hände kam, handelte, und bemittelt war, kennen, und zugleich ^dessen Bruders Jesajas Israel Munk, der zu den Rentiers gerechnet wurde, und von dem in den Men notirt wird, daß er vorgeblich von. Interessen lebt, thatsachlich aber Rechtskonsulent ist und viel Geld dabei verdient (Breslauer Staatsarchiv A. A. II. 21b, Konsignation der Glogauer Juden, d. d. 13. Januar 1722). Im Jahre 1806 wurde der Hausbesitzer Raphael Löbel Munck zum Mtglied der Kommission gewählt, die nach der Eroberung der Festung durch die Franzosen dem Magistrat zur Wahrnehmung des allgemeinen Wohles und der Gerechtsame der Einwohner zur Seite stehen sollte (Berndt, S. 99). Derselbe R. L. Munck wurde im Febr. 1809 stellvertretendes Mitglied der damals zum ersten Mal gewählten Stadtverordneten-Versammlung (Berndt, S. 109 f.) und trat am 17.Aug. 1809 als wirkliches Mitglied in die Versammlung ein (Berndt das.). Auch über die näheren verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Eduard und S a l. Munk ist näheres nicht bekannt. Brüder (wie Zunz, Sterbetage, S. 25, berichtet) waren sie nicht (vgl. Geiger, Jüd. Ztsch. f. Wiffensch. u. Leben, X, S. 185, N. 2). — Noch früher kommen Mitglieder der Familie Sachs vor. Im Jahre 1620 war Michael Sax einer der „Gewaltträger" der Judenschaft (Berndt, S. 19 u. für 1624 das. S. 55). In den Jahren 1636 und 1637 treffen wir Mark und Heinrich Sachs (das. S. 25. 27). 1709 wollte Markus A b r. Sachs durchaus Gemeinde - Vorsteher werden (das. S. 44). 1791 machte Benjamin Markus Sachs eine Stiftung von 9 Thalern, deren ^Minsen an seinem Sterbetage an Psalmbeter vertheilt werden