Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- R. Naftali Cohen im Kampfe gegen Chajjun
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 17)
- Language
- German
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139 — R. Nastali nicht Zurückbleiben. Die angesehensten und durch talmudische Gelehrsamkeit weithin gekannten Mitglieder des Rabbinates und der Gemeinde Nikolsburg hatten unter dem Einflüsse ihres Führers, des mährischen Landesrabbiners, des mit R. Nastali verschwägerten R. Gabriel Eskeles, feierlich über Chajjun den Bann verhängt. Dieselbe Maßregel war Don dreißig durch ihre Kenntnisse hervorragenden Männern der Gemeinde Lissa ergriffen worden. R. Nastali erkannte jetzt, daß es eine Schwäche von ihm war, in seinem letzten Briefe die Möglichkeit unschädlicher und der Schonung werther Stellen in Chajjun's Buche in's Auge gefaßt zu haben. Die Unterstützung, die er gefunden hatte, schien ihn in der Ueberzeugung von der absoluten Berdammungswürdigkeit des Mannes und seiner Schriftstellerei bestärkt zu Haben. Jeder, der zu Chajjun zu halten sich nicht entblödete, mußte offenbar zu der sabbatianischen Rotte gehören, die vordem im heiligen Lande ihr Unwesen getrieben hatte und nunmehr wieder kühn genug gewesen war, dem Abfall auch in anderen Ländern einen Anhang zu werben, zu den Verblendeten, die das Bildniß Sabbatai Zebi's bei sich trugen^, um es unter trunkenen Gesängen und Gebeten zu küssen und zu verherrlichen. Daher bleibe die einzig richtige Strafe gegen diesen Jrreführer die Verbrennung seines Buches und die Verhängung des schweren Bannes über ihn selber, von dem er nicht eher sich sollte befreien können, als bis er reumüthig und willig zu dem offen zu übenden Bußwerke sich verstehen würde, das fünf spruchbefugte Rabbiner in Israel ihm auferlegen sollten. Um fünf bestimmender Beweggründe willen, um des göttlichen Daß die Auffassung, Chajjun's Buch suche den Glauben an Sabbatai Zebi zu beleben, allgemein war, bezeugt Schudt, Züd. Merckwürdigkeiten II, * 46: ״Doch waren einige so verblendet, daß sie als noch auff ihn hofften;-und noch voriges Jahr 1713 hat zu Amsterdam ein Jüd ein Buch Hebräisch in 4. mit einem hohen tunckeln Stylo geschrieben edtrel / darinn er beweissen wollen / Sabbatai Sevi lebe noch und sehe der rechte Messias, das Buch ist aber nicht nur in Amsterdam, sondern auch hier zu Franckfurt / dahin es zur Oeusur geschickt / von den Juden als irrig verworffen und bey dem Bann verbotten worden. Gemeint ist, Chajjun s. ib. 383.