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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 137

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
R. Naftali Cohen im Kampfe gegen Chajjun
Date
1899-01-01
Page
Seite 137 (sequence 15)
Language
German
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— 137 — R. Mose Chages der Krieg gegen die sabbatianische Schilderhebung auf der ganzen Linie entbrannt und besonders in Leon Brieli, dem Rabbiner von Mantua, ein Bundesgenosse gegen Chajjun erstanden, der allein ein Heer aufwog. Salomo Aelyon's und der sefardischen Gemeinde Amsterdam schwächliche Vertheidigung Chajjun's mußte dem in so großem Stile geleiteten Angriffe von vornherein unterliegen. Kaum hatte R. Naftali seine Fassung zurückgewonnen und sich soweit gesammelt, um in die ihm von R. Zebi zugeschickte Gegenerklärung Chajjun's und Aelyon's Einsicht zu nehmen, als er kurz nach dem ersten Briefe bereits, am 13. September 1713, die Vertheidigung in einem neuen Briefe an R. Zebi zerfaserte und zu neuen Vorschlägen gegen den Schadenstifter sich aufraffte. Ihm war es unfaßbar, daß ein Rabbiner wie Aelyon jetzt, nachdem die Schuld des Buches vor den Augen aller Welt bloßgelegt war, sich noch dazu hergeben konnte, dem Betrüger Heeresfolge zu leisten. Die Ausrede, daß in dem Buche nur die alten, längst bekannten Wendungen des Sohar wiederholt seien, könne keinen Augenblick verfangen. Die Gefahr der hier vorgetragenen Irrlehren, die gegen die heiligste Grundwahrheit des Judenthums, die Einheit Gottes, verstießen, sei um so größer, als sie nach außen, wenn der Blick eines nichtjüdischen Kenners auf dieses Buch fiele. Miß- Verständnisse und Verleumdungen zu wecken, nach innen aber die noch unter der Asche glimmenden sabbatianischen Ketzereien zur Flamme anzusachen gar wohl geeignet wären. Wie er immer auch ffech von der Ueberlieferung der Talmude und der maßgebendsten Erklärer sich freimachen und gegen den Wortlaut der Mischna Chagiga H, 1 sich sperren wolle, ihn belastet wie ein Fluch ihr Ausspruch, daß für den, der die Ehre seines Schöpfers nicht schont, es besser gewesen wäre, wenn er niemals zur Welt gekommen sein würde. Darüber dürfe sich aber Niemand wundern, wenn er, R. Naftali, aus der Ferne und ungerufen zum Richter in dem zunächst die Gemeinde Amsterdam zerklüftenden Streite sich aufgeworfen habe. Ihn treibe unaufhaltsam und unwiderstehlich der Eifer für die Sache Gottes, die Niemand heißer und angelegentlicher verfechten könne als er, den das Verhängniß selber zum Kampfe gegen Chajjun geweiht und vorherbestimmt habe. Niemand

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