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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 131

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
R. Naftali Cohen im Kampfe gegen Chajjun
Date
1899-01-01
Page
Seite 131 (sequence 9)
Language
German
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— 131 — von außergewöhnlicher Schönheit, der Gefahr einer Reise nach Karlsbad ausgesetzt wurde, die er mit dem Leben büßen mußte, da er unterwegs aus dem Wagen stürztet. Vergebens war für R. Naftali die Ernüchterung gekommen. Was half es, daß chm bald die Erkenntniß aufdämmerte, einem verkappten Sabbatianer ins Netz gegangen zu sein. Er war ein stiller, ohnmächtiger Mann geworden. Einst gewohnt, die Gewalt in Händen zu halten und dienstbare Fäuste seinen Willen vollführen zu sehen, mußte er jetzt in kraftlosem Hasse gegen den Schadenstister sich verzehren, der des schiffbrüchigen Gaßverbrenners lachen konnte, nachdem er Alles spielend von ihm erreicht hatte, was von chm noch zu holen war. Vergeblich waren die Unterredungen mit dem Sekretär, der den Ränkemeister nicht verrathen mochte. R. Naftali mußte die Bermuchung, das Opfer eines der Dönmeh's, der heimlichen Anhänger Sabbatai Zebi's aus Salonichi^), geworden zu sein, wie eine nagende Gewissenspein mit sich herumtragen. Prag war nicht der Ort, von dem aus etwas gegen den noch dazu aalglatten. Alle für sich einnehmenden und jeder Gefahr entschlüpfenden Verführer unternommen werden konnte, zumal das Oberhaupt der Gemeinde durch Unterschrift und Siegel sich ihm mit ausgeliefert und gleichsam gebunden übergeben hatte. Ohne von R. Naftali sich auch nur zu verabschieden, war übrigens Chajjun. von Prag nach Wien gereist * 2 3J, um von hier aus eine die Geister verwirrende, die Herzen vergiftende Verblendung und Wundergläubigkeit, neue Saaten sabbatiani- *) Vgl. Emdens תורת הקנאות P* 69. Josef Oppenheims Hochzeit mit Tolza, der Tochter Samson Wertheimer's, fand 1707 statt s. Kaufmann, Urkundliches aus dem Leben Samson Wertheimers p. 5. 2) Vgl. A. Danon in Revue des etudes juives 35, 264 ff. 3) Die Worte: והשיג ממון רב אצל השרים ולא ירעתי באיוה אופן im Briefe R. Naftali's Nr. I [p.275] übersetzt Graetz, G eschichte X, p. LXXXIII: ״und soll dort von hochgestellten Christen mit reichen Geldmitteln versehen worden sein". Unmöglich wäre es nicht, daß השרים die Hoffactoren, die jüdischen Großen Wien's, bezeichnete. Wissen wir doch, daß Meyer Hirsche! selbst Löbele Proßnitz in seinem Hause hielt s. Kaufmann, Samson Wertheimer p. 83 n. 3. 9*

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