Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- R. Naftali Cohen im Kampfe gegen Chajjun
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 3)
- Language
- German
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- Safed 1× ep/1046078
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— 125 — können i), glücklich, der über Alles geliebten Gattin EstherSchöndel und seinen Enkeln, wohl den Kindern seiner früh verstorbenen Tochter Kela und ihres ebenso vor der Zeit vollendeten Gatten Jehuda Loeb^), des Sohnes des R. Gabriel Eskeles, eine neue Heimstätte in der Nähe der Seinen bereiten zu können, in der er ohne Groll die Unbilden, die er gelitten, vergessen wolltet. Aber der Kelch seiner Leiden war noch nicht voll, es sollte auch der Wermuthstropfen darin nicht fehlen, den selbstverschuldetes Leid bereitet. Aus der alten Kabbalistenhecke in Safed im heiligen Lande hatte zu einem Zuge durch Europa ein Mann sich aufgemacht, dessen Leben trotz seines vorgerückten Alters nicht zur Rüste gehen sollte, bevor er friedliche Gemeinden in Brand gesteckt und Zwietracht und unversöhnlichen Haß gesäet hatte, wohin er seine Schritte lenkte. R. Nastali Cohen war im Ghetto von Prag kaum noch heimisch geworden, als ihm in der räthselhaften, scheinbar so hoheitsvollen Gestalt Nechemja Chajjuns, des Pilgers aus dem Osten, im Herbste 1711 das Verhängniß nahte. In allen Künsten der Täuschung und des Blendwerks erfahren und bewandert, seines Eindrucks schon durch die schlau und berechnet ausgenutzte äußere Erscheinung nie verfehlend, hatte der Gast aus dem Morgenlande in der malerischen Tracht des Orientalen 1) Aelter als 62 Jahre kann R. Naftali damals nicht gewesen sein, da sein Großvater, dessen Namen er trug, am 21. September 1648 verstorben ist, s. Josef Cohn-Zedek 1H (in pi:n ed. S. A. Horodezky I) p. 13 n. 18. 2) Vgl. das Testament g. E. b) Schudt, Jüdische Merckwürdigkeiten, II, 113 hat völlig grundloses Gerede nachgefprochen, wenn er sagt: „Der Brandstifter R. Naphtali aber / sobald er seiner gefänglichen Hafft entschlagen / hat sich bald davon / und wie die Juden bezeugen / nach Prag gemacht / allwo er in der Stille / und wie im verborgenen / eine Zeitlang gelebet / und von dem Oppenheimer zu Wien und anderen reichen Juden ernehret worden." Gleichwohl ist daraus bei Graetz Geschichte X., p. LXXXII, die Behauptung geworden, N. habe sich nach Prag unter die Protection D. Oppenheimers begeben. Auch Brann a. a. 0.232 wiederholt: „Nach langjähriger Kerkerhaft zog er sich nach Prag zu R. David Oppenheim".