Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- R. Naftali Cohen im Kampfe gegen Chajjun
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 2)
- Language
- German
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— 124 Ahnen gestanden. Es zog ihn nach Prag, wohin alle Zweige seines Stammbaumes zurücklenkten, wo der große Schutzgeist seines Geschlechtes, der hohe R. Lob, noch in hundert Erinnerungen und in ausgebreiteter Nachkommenschaft lebendig war. Dort lag der Stammsitz seiner angesehenen Verwandtenschaar, die Heimath seiner nächsten Angehörigen, sein natürlicher Zufluchtsort, der einzige Hafen, der ihm Schutz bot. Von dort war sein Großvater, R. Nastali, dessen Namensträger er war, der Rabbiner von Lublin, von dort dessen Gattin, die Großmutter, die Tochter des als Primator wie als Beisitzer des Rabbinates von Prag hoch gestierten R. Jesaja Liebermann's oder Lieberle's*) ausgegangen, dort lebte als Gattin des dem Rabbinate von Prag angehörenden Feiwel Bunzlau seine Tante Vögele-), die Schwester seines Vaters, R. Jsaks, gleich dem Großvater Rabbiners zu Lublin. Was ihn aber noch ganz besonders nach der böhmischen Hauptstadt sich wenden hieß, das war die Nähe zu seinen Söhnen, von denen vier zu gleicher Zeit ansehnliche Rabbinate in dem benachbarten Mähren bekleideten^). Hier hatte nämlich Pinchas Jsak das Rabbinat von Kremsier, Jakob Mordechai das von Ungarisch Brod^), Schealtiel Eisak das von Proßnitz und Asriel das von Gewitsch inne. Aus Kriegsnöthen und Verfolgungen des Geschickes und der Menschen, aus dem Kampfe mit dem Feuer und dem noch verderblicheren mit der Verläumdung trotz seines vorgerückten Alters unversehrt hervorgegangen, glaubte er, hier wie in seinem natürlichen Schwerpunkte ausruhen zu 1) S. den Stammbaum, den R. Sf teir Perls für den Bruder Naftalis, R. Jesaja von Broby, angesertigt hat, ed. Warschau p. 33 und meine Bemerkung in S. Hock's Familien Prags p. 188 n. 2. Das Datum auf dem Prachtvorhang, den Liebermann Chalfan für die Altneusynagoge gestiftet hat, das nach Perls IDT gelautet haben soll, muß nach der Inschrift selber in "07 berichtigt werden. Diese hat den Wortlaut: piD^ V’7 pnjp TTl p mirP P"sS n w v *07 prisr nnn ro inain \sbn- 2) Hock a. a. O. 178 und meine Bemerkung das. n. 1. 3) Vgl. N. Naftali's Testament g. E. und Brann in der Graetz- Jubelschrift p. 233 n. 6. 4) Vgl. Kaufmann, Monatsschrift 41, 362.