Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- R. Naftali Cohen im Kampfe gegen Chajjun
- Date
- 1899-01-01
- Page
- 123 (sequence 1)
- Language
- German
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K. Aaftak H-ohs« i« Aamxfe gegen chhajjW-'' Von Saviö Kaufwarrrr. Am Herbste des Jahres 1711 sollten im Ghetto von Prag die Lebensbahnen zweier Männner sich schneiden, die das Schicksal aus fernen Himmelsgegenden hier zusammengeführt hatte. Als müder, ruhebedürfttger Greis, aus Sturm und Schiffbruch nothdürstig gerettet, war R. Naftali Cohen hier eingetroffen. In steigendem Glanze war er von Stufe zu Stufe aus den Rabbinatssitzen von Ostrogh und Posen nach Frankfurt am Main') erhoben worden, um in der Unglücksnacht des 14. Januar 1711 durch die in seiner Wohnung ausgebrochene Feuersbrunst^) um Ruhe und Ehre, um Habe und Lebensglück auf einmal sich gebracht zu sehen. Vergebens hatte man ihn in Haft genommen, seine Unschuld lag klar am Tage, aber seines Bleibens war in der Gemeinde nicht mehr; wie ein Brandmal hatte sich ihm unaustilgbar der furchtbare Name des Gaßverbrenners angehestet. In dieser Qual seiner Seele hatte sich, bange nach Hülfe suchend, sein Blick nach dem Orte gerichtet, an dem die Wiege seiner *) Vgl. den Text der Quellen in Kevue des etudes juives XXXVI, 272—286 und XXXVII. 1) Perles, Geschichte der Juden in Posen, p. 79 f.; M. Horovitz, Frankfurter Rabbinen II, 60 ff. 2) Kaufmann, Urkundliches p. 67—71.