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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 114

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Anan, der Stifter der karäischen Secte
Date
1899-01-01
Page
Seite 114 (sequence 8)
Language
German
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114 — hergestellt, und suchte, nach seiner Manier, dieselbe durch Deutung eines Bibelwortes zu begründen. Auch verbot er für alle Zeiten den Genuß der Hühner, Hähne und aller Vögel mit Ausnahme der Taube und Turteltaube. . Somit war die Erlaubniß von Seiten An ans, Fleisch und Milch zusammen (Bosser becholew) zu gebrauchen, fast ganz nutzlos. Am Sonnabend ist es nach An an streng verboten, wenn nicht behufs des Betens und um die Nothdurft zu verrichten, aus dem Hause hinauszugehen. Zwar erlaubte er alles, was nicht auf den Schultern getragen wird, am Sonnabend zu tragen, aber . nur im Zimmer. Der Sabbathabend muß nach demAnan'schen Gesetzbuche im Finstern zugebracht werden, auch das am Freitag angezündete Licht muß man auslöschen, und ist es überhaupt verboten, an einem beleuchteten Orte zu verweilen. An an schreibt vor, am Freitag zu kochen und zu backen nicht nur für Freitag und Sonnabend, sondern auch für die folgende Nacht (von Sonnabend auf Sonntag), damit man nicht die Beendigung der Sabbathfeier beschleunigen soll. Auch verbot er, die bereits fertiggekochten Speisen im Ofen zu lassen (also das Schalet), die Speisen müssen kalt gegessen werden. Alle von den Rabbinern bestimmten Dosen (Schiurim) verwarf der Begründer des Karäismus, und statt des Minimums des Verbotenen in der rabbinischen Gesetzgebung, wie z.B. die Größe einer Olife(Le8ag 68), Vso (Echod mischischim) u. s. w., behauptete Anan, daß, wenn auch ein Atom des Verbotenen sich einem unendlich großen Quantum des Erlaubten beimische, so sei letzteres ganz verboten. Jnkonsequenterweise erklärte er, daß, wenn von einem Aase (Nebela) auch nur ein Glied fehlt, so wird es nicht mehr als levitisch unrein betrachtet. Außer den in der Bibel ausdrücklich erwähnten Fasttagen eruirte Anan durch Wortanalogie und andere Deutungen noch folgende: a) Den siebenten Tag jeden Monats, b) den 14. und 15. des Monats Adar (also am Purim-Fest!), c) 70Tage nacheinander, vom 13. Nissan bis zum 23. Siwan; also auch die Osterwoche und das Wochenfest sind zu Fasttagen, wo am Tage nichts genossen werden dar^, verwandelt worden! — Dem einfachen Akte des Viehschlachtens (Schächten)

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