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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 51

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Drei Bibelübersetzungen
Date
1899-01-01
Page
Seite 51 (sequence 7)
Language
German
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51 Th eil der Judenheit arabisirt und in der religiösen und wissenschaftlichen Litteratur des Judenthums für langeZeit die arabische Sprache herrschend wurde. Dieser Culturprozeß machte sich aber nicht nur innerhalb des Judenthums bemerkbar, indem er die Läuterung der religiösen Vorstellungen, die künstlerische und präcise Handhabung der Sprache, den wissenschaftlichen Fortschritt, das Aufblühen der Litteratur im Gefolge hatte; sondern durch ihn wurden die Bekenner des Judenthums auch geeignet, eine überaus wichtige Aufgabe in der Entwicklung der europäischen Cultur zu übernehmen. Arabisch wissende Juden wurden zu Dolmetschern des arabischen Schriftthums, sie wurden die Vermittler der arabischen Wissenschaft für die Wissensdurstigen des christlichen Europa. Diesen machte die Thätigkeit jüdischer Uebersetzer die ihnen sonst verschlossen bleibenden Quellen der Erkenntniß zugänglich. Es entstand eine große Uebersetzungslitteratur, die jetzt zwar nur wenige Litteraturforscher interessirt, zu ihrer Zeit aber ein lebendiger Faktor, ein unentbehrlicher Wegweiser des Fortschritts, der Wißbegierde war. Auf diese Weise trug das arabische Sprachwissen der Juden des Mittelalters wesentlich bei zur Herstellung der Continuität, zur Entfaltung des geistigen Lebens in der Cultur Europas. Und damit hat das mittelalterliche Israel eine geschichtliche Mission ausgeübt. Mit den selbständigen Erzeugnissen seiner Gelehrten, aber auch mit ihren Uebersetzungswerken nahm es Theil an der Erhaltung und an der Vermehrung des geistigen Besitzes der Menschheit. Jedoch an der Schwelle jenes Zeitabschnittes steht Saadja, der vor allem mit seiner Bibelübersetzung in seinem Volke die Fähigkeit zur Erfüllung dieser Aufgabe großzog. So gebührt denn auch der arabischen Bibelübersetzung Saadja's eine hervorragende Stelle in der Geschichte unserer Vergangenheit. III. Die jüdische Geschichte nennt den mit Saadja beginnenden .Zeitabschnitt mit Recht eine Glanzperiode. In dem als finster bezeichneten Mittelalter war dem Judenthum Heller Glanz zu Theil geworden; aber dieses Vorrecht mußten wir nachher 4*

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