Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Drei Bibelübersetzungen
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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49 so groß, daß an Stelle der alten, die Septuaginta verherrlichenden Sage eine andere Sage entstand/) nach welcher sich eine dreitägige Finsterniß, gleichsam eine Wiederholung der alten ägyptischen Plage*), auf die Welt senkte, als die heilige Schrift für Ptolemaeus, den König von Aegypten, in's Griechische übersetzt wurde. Und wohl muß man sagen, daß die Uebersetzung häufig den Sinn des Urtextes verdunkelt und daß man ihr solche Einzelheiten entlehnt, oder auch solche in sie hineingebracht hat, mit denen die Verkünder des neuen Glaubens die Reinheit der biblischen Gedanken getrübt haben. Daher können wir die Sage von der Dunkelheit, welche die Entstehung der Septuaginta begleitete, recht gut verstehen. Jedoch uns, den späten Nachkommen, liegt es ob, vor allem das Licht zu sehen, das aus der ersten griechischen Bibelübersetzung auf die Menschheit ausstrahlte; wir blicken mit Verehrung auf sie hin und geben ihr einen Ehrenplatz unter den schriftlichen Zeugen der Vergangenheit Israels, als der ältesten und wirkungsvollsten Verbreiterin unserer religiösen Ideen. H. Mehr als ein Jahrtausend nach der ersten Bibelübersetzung entstand, gleichfalls in Aegypten, eine neue Uebersetzung der heiligen Schrift, die an geschichtlicher Bedeutung wohl dem alexandrinischen Werke nachsteht, aber ebenfalls einen neuen Zeitabschnitt eröffnete und für lange Zeit nachhaltige Wirkung ausübte. Der Verfasser dieser neuen Uebersetzung ist Saadja, ein Gelehrter aus Fajjum, später das Haupt des Lehrhauses von Sura; ihre Sprache die arabische, damals in Aegypten und anderwärts die Muttersprache der Juden. Das Arabische war eben zu jener Zeit, am Anfänge des zehnten Jahrhunderts, nicht nur die Sprache der arabischen Nation und ihres siegreichen, mit dem Christenthum um die Herrschaft ringenden Glaubens, sondern damals konnte die arabische Sprache auch als die Bewahrerin der hervorragendsten geistigen Cultur, als das 1) Meg. Taanith Ende. 2) Exodus 10,22. 4