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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 33

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Litterarische Jahresrevue
Date
1899-01-01
Page
Seite 33 (sequence 13)
Language
German
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33 klärungslitteratur in Galizien hat Max Weißberg in seinem Buche behandelt. Den Einfluß der Bibel auf die Dichtungen Wieland's hat A. Biach in einer feinsinnigen Studie nachgewiesen und die jüdischen Charaktere bei Grillparzer, Hebbel und Otto Ludwig hat S. Lublinski in gründlicher Weise untersucht. Die arg vernachlässigte Religionsphilosophiedes Judenthums hat in diesem Jahre ein Werk aufzuweisen, das nach jeder Richtung hin von hoher Bedeutung ist: Die Ethik des Judenthums von M. Lazarus. Wie oft ist nicht im Laufe des letzten Vierteljahrhunderts unsere Ethik verkannt, unterschätzt und verleumdet worden! Aus dem Zusammenhang gerissene Stellen, falsche Uebersetzungen und noch falschere Auslegungen gaben nur zu oft willkommene Veranlassung, die ethische Weltanschauung des Judenthums herabzusetzen. So war es denn ein nothwendiges und verdienstvolles Werk, das nur ein Forscher wie Lazarus, der die Quellen der Philosophie ebenso genau kennt wie die Strömungen des religiösen Gedankens, unternehmen konnte. Der erste Band dieses großen Werkes liegt nun nach jahrelanger, mühevoller Arbeit vollendet da und er verdient in reichem Maße die allgemeine Aufmerksamkeit; denn es handelt sich nicht blos um ein bedeutsames literarisches Werk in diesem Falle, sondern um eine rechte sittliche That, die schwer in die Waagschale fallen wird gegenüber den Angriffen aus unsere sittliche Werthung und gegenüber den mit großer Konsequenz noch immer sortgesührten Versuchen, diese zu Gunsten der christlichen oder der allgemeinen Ethik herabzusetzen. Ein neues geschichtliches Bewußtsein und Lebensprinzip ist mit diesem Werke in die Religionsphilosophie hineingetragen worden: das Prinzip bewußter Entwicklung, durch das die Eigenart der jüdischen Weltanschauung und zugleich auch die Continuität unseres Geisteslebens in Hellem, für Viele sicher neuem Lichte erscheinen wird. Auch von der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie, die S. Bernfeld in hebräischer Sprache schreibt, sind zwei neue Hefte erschienen, die die gleiche Sachkenntnis; und Beherrschung der Quellen zeigen. Von nicht ge- 3

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