Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 11)
- Language
- German
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31 — stein, dem verdienstvollen Arbeiter auf diesem Gebiete in seinen „Beiträgen zur Geschichte der Juden in Deutschland" (Nathanael Weil und seine Familie), von N. Samter in seinen werthvollen Studien zur Geschichte des Proselytismus u. a. behandelt worden. Die Geschichte der Juden in der Türkei hat M. Franco, die der Juden in der wichtigen Gemeinde zu Kremsier in Mähren hat Adolf Frankl-Grün geschrieben, die Geschichte der bekannten Sekte der Frankisten hat A. Kraushaar in polnischer Sprache dargestellt, und jetzt N. So ko low ins Hebräische übersetzt und dadurch weiteren Kreisen zugänglich gemacht. Hier reiht sich wohl auch am besten die hebräische Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis zur Zerstörung von Bethar an, die M. Braunstein in tüchtiger hebräischer Darstellung als Schulbuch herausgegeben hat. Einzelne Charaktere der jüdischen Geschichte sind auch im Berichtsjahre zum Gegenstand der Darstellung meist in Dissertationen gemacht worden. Ich erwähne nur die Arbeit über Juda Makkabi von Hugo Weiß und über Herodes von F. Schlachter. Aus der Reihe der Geisteshelden des Mittelalters hat W. Engelkemper den Gaon Saadia, und aus der Reihe der Geschichtshelden der für die Wissenschaft leider viel zu früh verstorbene L. Feilchenseld die interessante Gestalt des Rabbi Joselmann von Rosheim sich ausgewählt. Wenn wir zu unserer Litteratur übergehen, so wundern wir uns immer wieder von Neuem, wie diese selbst trotz so vieler werihvoller Untersuchungen dabei immer zu kurz gekommen ist. Es ist ein seltsames Schicksal, das sie getroffen hat. An der Spitze derer, die einzelne Gebiete unserer Litteratur durchforscht haben, steht auch in diesem Jahre der unermüdliche Altmeister Moritz Steinschneider, der mit staunenswerther Geistessrische in hohen Jahren noch Werke von bleibenden: Werthe schafft. Seine Vorlesungen über die Kunde hebräischer Handschriften, deren Sammlungen und Verzeichnisse füllen wieder eine schmerzlich entbehrte Lücke in unserer Litteraturgeschichle aus. Von großem Interesse sind auch die Beitrüge zur hebräischen Bibliographie und Typographie, die A. Berliner in seinem Buche: „Aus meiner Bibliothek" gegeben hat: eine Arbeit von E. Biberfeld über die hebräischen