Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 10)
- Language
- German
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30 lieber eine seltsame Strömung oder richtiger Verirrung unserer Geschichte, nämlich über das altjüdische Zauberwesen, liegen zwei Schriften vor, die eine in deutscher Sprache von Ludwig Blau, die andere in englischer von M. Davis. Die in den letzten Jahren so zahlreich ausgetauchten Zauber- Papyri haben in erhöhtem Maße die Ausmerksamkeit aus die antike Magie gelenkt. Selbst der jüdische Monotheismus konnte trotz seiner Strenge diesen Zauber nicht ausrotten. Die aus den Originalen geschöpfte Darstellung von Blau ist eine vorzügliche Arbeit. Den Bann in seiner dogmatischen und theologischen Entwicklung und in seiner Stellung zudem talmudischen Schriftthum und zu den rabbinischen Codices hat S. Mandl eingehend bearbeitet. Die Geschichte der Juden von Graetz ist in der französischen und englischen Uebersetzung zum -Abschluß gelangt. Die Letztere hat als werthvolle Zugabe eine ausführliche Biographie von Graetz aus der Feder Philipp Bloch's, gediegen und geistvoll wie alles, was von diesem Schriftsteller herrührt. Die Werke des ältesten jüdischen Historikers, des Flovius Josephus liegen in der lat. Uebertragung, herausgegeben von Boysen, im 6. Bde. vor uud die arabische Version des sog. Josippon hat Wellhausen mit gewohnter Akribie untersucht. Auf dem Gebiete der Geschichte ist das Buch von S. Saalfeld: „Das Martyrologium des Nürnberger Memorbuches", ein Werk von hohem Werth, eine der bedeutendsten Erscheinungen des Berichtsjahres, die das Gerüst zu einer vollständigen Geschichte der deutschen Juden liefert. Einen guten populären Versuch hat nach dieser Richtung Adolf Kohut gemacht, von dessen „Geschichte der Deutschen Juden" die zwei ersten Lieferungen reich illustrirt und vorzüglich ausgeftattet vorliegen. Der Verfasser belauscht das ganze Treiben der Juden, nicht blos ihre bürgerliche Stellung' und ihre Leiden, sondern den ganzen Lebensodem, wie er sich ahnen läßt aus allen Denkmälern, welche die Sprache und die Kunst der Nachwelt hinterlassen haben. Einzelne Gebiete des deutschen Lebens sind von E. Eckstein in seiner „Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbisthum Bamberg", von A. Humann in seiner „Geschichte der Juden im Fürstenthum Sachsen-Meiningen-Hildburghausen", von L. Löwen-