Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 6)
- Language
- German
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26 lesungen von Hoedemaker über den messianischen Ursprung der Gesetze und über die moderne Schriftkritik des alten Testaments. Eine deutsche Uebersetzung ist auch von dem bekannten Werke von Cheyne über Jesajas von Böhmer erschienen. Eine sehr hübsche Gabe ist die Uebersetzung und Erklärung des Hiob von Baethgen, wobei aber die italienische Uebersetzung desselben Werkes von Castelli und die deutsche Bearbeitung von Duhm, sowie die sranzösische in Versen von Montvailland nicht unerwähnt bleiben dürfen. Auch der berühmte Kommentar von Dillmann zu Jesajas ist in sechster Auflage vielfach umgearbeitet von Kittel herausgegeben worden. Der Einleitungswissenschaft gehört das bekannte, nunmehr in fünfter, vielfach verbesserter Auflage erschienene Buch von H. L. Strack an, das sich namentlich durch seine eingehenden Literaturnachweise auszeichnet und dessen Standpunkt für uns von besonderem Interesse ist. Die lesenswerthe Schrift von S. Bernfeld: „Das Buch der Bücher" macht zum ersten Mal den Versuch, einem gebildeten jüdischen Publikum die Kenntniß des biblischen Schriftthums in populär-wissenschaftlicher Darstellung zu vermitteln. Von einem andern Standpunkt geht Thomas in seiner Geschichte des alten Bundes aus, aber auch er sucht das geschichtliche Verständniß des alten Testaments, freilich für einen anderen Leserkreis, Zu erläutern. Ueber die Berufsbegabung der alttestamentlichen Propheten handelt F. Giesebrecht ausführlich, während Friedrich von Hummelauer den biblischen Schöpfungsbericht in eine gewisse Uebereinstimmung mit den Resultaten der modernen Naturwissenschaft zu bringen sucht. Auch H. W. I. Thiersch macht den bemerkenswerten Versuch, die Anfänge der heiligen Geschichte nach dem ersten Buch Moses zu erörtern. Gleichfalls vom orthodoxen Standpunkt vertheidigt Th. A. Fischer das mosaische Gesetz gegen die neuere Kntik und G. S Losch setzt seine alttestamentlichen Studien fort in dem Buche „Vom Sinai zum Nebo". Die Geschichten des Judenthums von Marti und von Wellhausen sind in neuen Ausgaben erschienen. D. H. Müller hat seine Bemühungen, das Strophensystem in den hebräischen Propheten aufzuzeigen, mit Eifer und Geschick fortgesetzt. D. Leimdörfer