Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Die Geschichte zweier Sabbathnachmittage
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 330 (sequence 52)
- Language
- German
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330 likroosenu leacholaum“ — O Vater und König, laß uns die Tage, deren Kommen wir gewärtigen, in Frieden beginnen. — Unhörbar waren Samuel und Martin eingetreten. Der im Gebet vertiefte, mit abgewendetem' Gesicht Dastehende hatte ihr Kommen überhört. Jetzt drehte er sich um und sah beide vor sich stehen. Leuchtenden Antlitzes, tief bewegt und doch freudig. Und als sie ihm nun in stiegenden Worten, - voll athemloser Erregung, erzählten, was sich zugetragen, da rief er mit jauchzender Stimme: „Schema Jisroel" . . . Höre, Israel unser Gott ist ein einziges, ewiges Wesen! und fügte leise den Segensspruch bei, der einer guten Nachricht gilt: „Gelobt seist Du, Gott unser Herr, Herr der Welt, der Güte und Wohlthat erweist!" .. . In diesem Augenblicke betrat Recha, auf dem Arm von Frau Marjam gestützt, das Zimmer. Sie sah bleich aus, aber sie war völlig gefaßt und kam, um den Vater zur „vollen Woch" zu begrüßen und ihm zu sagen, daß kein Kummer in sein Haus kommen würde durch sein Kind! Aber es war, als wolle Gott ihr Opfer nicht annehmen,' denn ehe sie recht wußte, was mit ihr geschah, war der Vater aus sie zugeeilt, hatte ihre Hand ergriffen, sie zu Martin hingeführt und zwischen Jubel und Rührung gesagt: „Ich gebe meinen Segen, werdet glücklich miteinander" und, als könne er nur in der Sprache seines Volkes seinem Herzen genugthun, fügte er hinzu: Jewo rechecho adanoj, wi jischmerecho — Der Herr segne Euch und gebe Euch seinen Frieden." ... Zwei starke Arme hatten das junge Mädchen umschlossen, das fast bewußtlos am Herzen des geliebten Mannes ruhte. Hatte Gott ein Wunder gethan? Was war geschehen? Für das junge Paar bedurfte es keiner Worte, aber leise, wie in unterdrückter Freude und mit neckendem Tone, erzählte Jakob Berger Frau Marjam den Zusammenhang. „Das war das jüdische Blut, das ihn hierherzog ... ein jüdisch Kind bleibt ein jüdisch Kind ... auch wenn es geschmadt is . . . und die Rückkehr wird ihm gelobt zu Gott/ nicht schwer werden. Der sonst so besonnene Mann war fast übermüthig vor Freude bei der glücklichen Lösung der schwierigen Frage. Und dann machte Jakob Berger die „Habdala" mit lauter, preisender Stimme. Ihm zur Seite stand mit verklärtem Ge-