Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Die Geschichte zweier Sabbathnachmittage
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 331 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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331 sichtsausdruck Samuel Stern. Er hielt das Licht empor, dessen Schein ihn wie mit einer Gloriole umgab und er dachte daran, wie dieser Freudenschein auch aufflammen werde, daheim bei seinen und seines Bruders alten Eltern, die noch immer in der Gaffe wohnten, wenn sie auch frei war und offen für Alle. Am Schluffe des Segensspruches entwand Recha, wie aus seligem Traum erwachend, sich des Bräutigams Arm, eilte zum Vater und küßte seine Hand. Dann trat sie zu Frau Marjam und umarmte sie in überströmender.Dankbarkeit. Nachdenklich und befriedigt blickte der Vater auf diese Gruppe. Wie eine Mutter war sie seinem Kinde stets gewesen. Ein merkwürdiges Lächeln, weich und pfiffig, umspielte seinen Mund, als er an sie herantretend, sagte: „Gut Woch, liebe Frau Dr. Schiffen — aber nicht wahr, für uns bleiben Sie jetzt immer nur — Marjam!" Vielleicht hat die Geschichte dieser zwei Sabbathnachmittage noch eine Fortsetzung . . . Fudengeschichten setzen sich fort von Geschlecht zu Geschlecht, von Generation zu Generation ... wie die urewige Geschichte dieses Volkes! Cß cD Druck von Rosenthal & Co., Johannisstr. 20.