Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Drei Gedichte
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 221 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3111067-3111068-3111211--0241-3111470- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
III. Gottes Marserrkirrd. Zur Eröffnung eines jüdischen Waisenhauses. ^^?ie friedlich liegt in stiller Ruh' das Haus! Geschützt , bewahrt vor Sturm und Wetterbraus! Der Vater schafft, die treue Mutter waltet. Und selbst die Armuth, seht, wie sie entfaltet Um ihr Entbehren einen Blumenflor. Da! plötzlich aus des Schicksals dunklem Sitze Sendet der Tod vernichtend seine Blitze . . . Tiefschwarze Nacht. Dann tönt ein Schrei empor! Wo ist das Haus? sagt an! Daß Gott erbarme. Ein Waisenkind ringt seine zarten Arme! Wo ist das Haus? Der Schrei schrillt fort und fort. Tönt mächtiger wie lauten Donners Wort! Und rastet nicht ... Da kommen lichte Boten, Geleiten ihn vom Haus des stillen Todten Und tragen ihn hinan zu Gottes Thron! „Der Du auf freiem Felde nährst die Raben, „O Herr! dort unten ward ein Mann begraben . . . „Für immer ist des Vaters Licht entfloh'n; „Was thust Du, daß es einen Gleichen finde, „Was thust Du, Herr, mit diesem Waisenkinde?