Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Drei Gedichte
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 222 (sequence 7)
- Language
- German
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222 Und stille wird's! Der einst so furchtbar klang. Entsetzlich klagend durch ^ie Wolken drang. Den Einlaß sprengend an des Himmels Thoren . . . Der Schrei des Kindes hat sich längst verloren. Ward stummes, heißes Dankgebet! Du sturmgebeugte, arme Menschenblüthe, Gefunden ist, daß er Dich treu behüte Ein Wächter, der in Gottes Diensten steht! Ein Wächter und ein Held unüberwindlich. Und wieder auch so mild und unergründlich. Vernichtet ward das Haus! Des Blitzes Raub, Der Vater ruht im kühlen Erdenstaub ... In Schutt und Moder ist der Bau zerfallen. Doch wunderbar! es steigen neue Hallen Aus den geborstenen Trümmern auf! Nun ist Dein Haupt, Du müdes Kind, geborgen. In Deine Augen lacht der junge Morgen, Nun erst beginne muthig Deinen Lauf! Denn der dem Feld' schickt Thau und warme Winde, Er schickte Labung seinem Waisenkinde. Und der die Raben letzt auf wüster Flur, Dem Würmchen zeigt der kargen. Nahrung Spur, Das Vögelchen auf seinem Flug begleitet. Er hat, der Herr, das Menschenherz besaitet. Und es erklingt in seiner Hand! Er hat's bestellt als seinen liebsten Boten, Der wandelnd zwischen Lebenden und Todten In treuer Wacht behüt' das theure Pfand! Erbarmungsvoll die neue Heimath gründe. Und Vater sei dem armen Waisenkinde!