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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 187

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
[1] (1898)
Article
Zwei amerikanische Frauengestalten
Date
1898-01-01
Page
187 (sequence 5)
Language
German
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187 als einer der reichsten Kaufherren und der größten Grundbesitzer in Pennsylvanien und den westlichen Territorien in hohem Ansehen stand. Nach Beendigung des Freiheitskrieges zog er sich vom Geschäfte zurück und widmete sich ausschließlich der Verwaltung seines großen Grundbesitzes. In der jüdischen Gemeinde Philadelphia, zu deren Gründer sein Bruder Bernhard gehörte, bekleidete er eine Reihe von Jahren das Amt eines Präsidenten. Sieben Jahre nach dem Tode seines Schwiegervaters, der das hohe Alter von zweiundneunzig Jahren erreichte, schied auch Michael aus dem Leben. Er hinterließ elf Kinder; eine seiner jüngsten Töchter war Rebekka, welche den 4. März 1781 in Philadelphia geboren wurde. In ihr vereinigten sich Geist, Talent und Schönheit. Sie hatte nach der Schilderung Van Rensselaar's, große, schwarze, mildleuchtende Augen, ein feines edles Profil, eine Gestalt, in der sich Anmuth und Würde paarten — Reize, welche durch ihr elegantes und gewinnendes Benehmen noch erhöht wurden. Sanft, menschenfreundlich, von natürlichem Zartgefühl und innerer Reinheit nahm sie jeden für sich ein, der mit ihr in Berührung kam. Da sie zugleich die beste Erziehung genossen hatte, welche die Zeit und das Land ihr gewähren konnten, besaß sie alles was sie zur Ausübung humaner und sozialer Pflichten befähigte. Rebekka Gratz wurde wegen ihrer Schönheit und ihres Geistes nicht weniger gefeiert als Rebekka Franks nicht blos in Philadelphia, wo ihres Vaters Haus der Sammelplatz der hervorragendsten Patrioten und ausgezeichneten Gelehrten war, sondern an allen Orten, welche sie in Begleitung eines ihrer Brüder besuchte, bildete sie den Mittelpunkt eines vornehmen Kreises hochgebildeter Männer und Frauen. So oft sie bei ihrem Bruder Benjamin, dem Gründer der ersten Bank in Lexington, weilte, wurden ihr ganz besondere Ovationen gebracht.- Henry Cley, einer der bedeutendsten amerikanischen Staatsmänner, mit dem ihr Bruder innig befreundet war, gehörte zu ihren wärmsten Verehrern. Einer der intimsten Freunde ihres Bruders Joseph war Washington Irving. Auf diesen hervorragenden Schriftsteller machte Rebekka's Schönheit und Anmuth einen so gewaltigen Eindruck, daß er sie mit Heirathsanträgen bestürmte, bis sie ihm endlich entschieden erklärte, daß nichts in der Welt sie bewegen könnte, ihren väterlichen Glauben zu verlassen. Irving hörte nie aus sie

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