Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Zwei amerikanische Frauengestalten
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 188 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 188 — zu verehren. Der folgende Brief, durch welchen er einen jungen Künstler bei ihr einführte, drückt seine Hochachtung und Freundschaft für sie aus. New-Nork, den 4. November 1807. Zch habe kaum nöthig, Ihnen den Ueberbringer, Mr. Sully, vorzustellen, da ich überzeugt bin, daß Sie sich seiner deutlich erinnern. Er beabsichtigt, den Winter in Ihrer Stadt zuzubringen, und da er ganz fremd im Lande ist, bitte ich Sie, sich seiner gütigst anzunehmen. Er ist ein Mann, den ich sehr schätze, nicht allein wegen seiner künstlerischen Befähigung, sondern auch wegen seines liebenswürdigen Charakters und seines einnehmenden Wesens. Ich glaube ihm keinen Dienst leisten zu können, für den er mir mehr danken sollte als . den, ihn Ihrem gütigen Wohlwollen und dem der Ihrigen zu empfehlen. Mr. Hoffmann's Familie ist wohlauf und Sie sind oft der Gegenstand des Gespräches derselben. Bringen Sie mich allen lieben Ihrigen in freundliche Erinnerung. Verzeihen Sie die Freiheit, welche ich mir genommen, und glauben Sie, daß ich bin mit wärmster Freundschaft Ihr ganz ergebener Washington Irving. Mathilde Hoffmann, die angebetete Freundin Irvings, war auch die theuerste Freundin Rebekka's. Während ihrer Krankheit, der sie im jugendlichen Alter von achtzehn Jahren erlag, war Rebekka beständig an ihrer Seite; sie starb in ihren Armen. Und diese Rebekka wurde von Walter Scott verewigt: Rebekka Gratz ist das Urbild der Rebekka in „Jvanhoe"! Ein Jahr bevor Walter Scott seinen Roman „Jvanhoe" schrieb, wurde Washington Irving durch den Dichter Camphell bei ihm eingeführt. Irving verlebte mit dem schon leidenden gefeierten Scott auf Abbotsford, dessen Landsitze, die schönsten Tage seines Lebens. In einem seiner häufigen Gespräche über persönliche und Familienangelegenheiten sprach Irving von seiner und Mathilde Hoffmann's geliebten Freundin Rebekka Gratz in Philadelphia. Er schilderte ihre wunderbare Schönheit, erzählte von ihrer unerschütterlichen Glaubenstreue und rühmte ihre aufopfernde Philantropie. Scott war