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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 166

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
[1] (1898)
Article
Die mittelhochdeutsche Sprache bei den Juden
Date
1898-01-01
Page
166 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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166 die andere der Borger an sich. Wenn dann die beiden ineinander passenden Holzstäbe zusammengefügt, ein längliches Viereck Herstellen, so war der Beweis über die Höhe der zu zahlenden Summe geführt. Bei den deutschen Stämmen wurden Kerbhölzer allgemein angewandt. „Ankerben" ist ein deutsches Wort geblieben. Wir gewahren ihren Gebrauch daher überall, wohin deutsche Gewohnheiten sich erstrecken, in Nowigrod, in England und Frankreich. Jacob Levi (Maharil) erzählt von seinen Lehrern, daß sie am Rüsttage des Versöhnungsfestes Wasser getrunken und hierauf die Frucht genossen haben, die man tbktijj nennt, weil sie kühlender Natur sei. Sein Hauptlehrer R. Schalom pflegte die Frucht zuerst in kaltes Wasser zu tauchen und dann zu genießen. Moses Heß (Orient 1842 S. 685) hält diese Stelle für interpolirt, weil sie einen Anachronismus hinsichtlich der Erdäpfel, die Heß für Kartoffeln hält, involviere, da diese erst 1586 nach Europa gebracht worden seien, Jacob Levi aber bereits 1427 gestorben sei. Dr. Beer (Orient 1843 S. 13) widerlegt die Annahme einer Interpolation, da hier unter Erdäpfel nicht die Kartoffeln, sondern eine andere knollenartige Frucht, wahrscheinlich Grundbirnen oder eine Gattung von Trüffeln, verstanden werde. Das Richtige glaube ich durch Schmidt, schwäbisches Wörterbuch (S. 168) gefunden zu haben, wo aus einem Glossar v. I. 1452 mitgetheilt wird, das „Erdapfel" die Kürbisfrucht bezeichne?) Derselbe Jacob Lewi verordnet wegen des erforderlichen Maßes für r6n, daß man nicht knete mehr als xtb, ein Wort, das noch heute in den Mazzot-Bäckereien Polens gehört wird. Schmeller, bayerisches Wörterbuch (II S. 611) kennt das Verbum merren, rühren, ferner den Teig einmerren. In unserer Stelle lernen wir in dem Worte zugleich die Bezeichnung für ein gewisses Quantum kennen, was noch für Schmellers Wörterbuch, in welchem nicht selten aus Ausdrücke bei Juden Rücksicht genommen wird, nachzutragen wäre. Das Wort „Teller" kommt nach Kriegk, deutsches Bürgerthum im Mittelalter (S. 380) vor dem Ende des 15. Jahrhunderts fast niemals vor, so daß Teller im Worte Schüsseln mit inbegriffen sein müssen. Maharil hat aber bereits das Wort Teller zweimal, während sonst bei ihm auch nicht die Ofenschüssel fehlt.

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