Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Eine unbekannte messianische Bewegung unter den Juden
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 154 (sequence 7)
- Language
- German
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154 dort Männern, an deren Glaubhaftigkeit nicht zu zweifeln war, Elias sich gezeigt habe, nicht im Traume etwa, sondern leibhaftig und im Wachen. Zeichen und Wunder in Menge sollten auf einmal sich ereignet haben. Ein Enkel R. Elieser des Großen, der Sohn seines Sohnes R. Jehuda und Neffe R. Tobija's, des großen Lehrers und allverehrten Rabbiners von Salonichi, konnte einen Stab vorweisen, den ihm der Paraklet des Messias, der Prophet Elias überreicht hatte. R. Tobija selber war von dem Taumel ergriffen worden. In einem Sendschreiben, mit dem er einen seiner Schüler nach Konstantinopel betraute, hatte er eine Darlegung der wundersamen Vorgänge und Begebenheiten geliefert. Michael Jenimtsch, d. h. der Deutsche, ein Landsmann Menachem b. Elia's, hatte mit eigenen Augen den Brief R. Tobija's in Konstantinopel gesehen und gelesen und daraus auch die Nachricht geschöpft, daß der gelehrte Michael b. Ahron^i, der dem R. Nissim, offenbar dem Oberhaupte der Heimatbsgemeinde Menachem b. Elia's, als ein an beiden Augen erblindeter Mann in Salonichi persönlich bekannt war, in diesem Zeitpunkte der Zeichen und Wunder plötzlich sehend geworden sein sollte. Michael Jenimtsch hatte leider verabsäumt, von dem Briefe R. Tobija's eine Abschrift mit in die Heimath zu nehmen, aber er war ein kundiger Mann, dem man volles Verständniß und getreue Wiedergabe des offenbar hebräisch abgefaßten Briefes wohl zutrauen konnte. Konstantinopel war der Brennpunkt, in dem die Strahlen dieser Bewegung zusammenliefen. Dort war auch ein anderes Schreiben eingetroffen, dem man besondere Bedeutung beilegen mußte, da es vom Schauplatze der nächsten Zukunft, aus dem heiligen Lande selber herrührte. Das Schuloberhaupt Egyptens, der Lehrer und Leiter der egyptischen Judenheit, R. Ebjathar ha-Cohen hatte aus Trablus in Palästina einen Brief, der sich offenbar über die sichtbar hervorgetretenen Anzeichen der messianischen Morgenröthe verbreitetes, erhalten und nach Konstantinopel geschickt, wohin ihn ein christlicher Bote, Namens Lugos, überbrachte. Bei diesem hatten vier 17) Neubauer ib. p. 26 nennt ihn durch ein Mißverständnis der Vorlage: Ben Ahron. *8) Das deutet die Wendung: p aro an.