Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Eine unbekannte messianische Bewegung unter den Juden
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 153 (sequence 6)
- Language
- German
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153 sonderen Boten abgeordnet, um sichere Kunde darüber einzuholen, wie weit das Erlösungswerk gediehen sei und ob die Stunde der Befreiung wirklich geschlagen habe. Sogar von den Chazaren waren Nachrichten dieser Art im byzantinischen Reiche verbreitet. Siebzehn Gemeinden sollten ausgebrochen sein und eine Wanderung durch die Wulste nicht gescheut haben, um nur zu den Stämmen zu stoßen, die es nicht länger in ihren sicheren Wohnsitzen duloen wollte. Was bisher an messianischen Hoffnungen und an Betätigung solchen Verlangens Menachem b. Elia zu Ohren gekommen war, das schien ihm verfrüht und übereilt, im Widerspruch mit dem Seherworte Micha's 4, 12, daß erst die Einsammlung Israels zur Tenne auf dem heiligen Boden vorangehen müsse, ehe der große Tag der Erlösung anbrechen könne. Jetzt aber schien die Zeit gekommen, da die Tenne voll sein wird, denn ein geheimnißvoller Zug hatte Israel an allen Orten seiner Zerstreuung ergriffen, um es nach Zion hin zusammenzuführen. Jetzt werden auch die Zeichen wahr und glaubhaft, auf die man eben noch, verblendet und in thörichter Klugheit, nicbt hatte achten wollen. In Abydos^) waren kleine Versammlungen, Gemeinden von Mesiiastrunkenen, aufgetreten, die Wunder uud Zeichen gesehen haben wollten und vom Propheten Elias zu erzählen wußten, der ihnen als Vorbote des Messiasfrühlings erschienen sein sollte. Aber die Gemeinde Konstantinopel und die nicht minder bedeutende ungenannte, in der wir den Schreiber unseres Briefes zu suchen haben, Smyrna, Adrianopel oder wie sie immer geheißen haben mochte, hörten auf die ungeduldigen Schwärmer nicht und glaubten, sie vielmehr mit Acht und Bann belegen zu müssen. Nun aber drängten sich unaufhaltsam und unabweisbar die Zeichen der Erlösung. Christen und Juden, Bürger und Behörden^) in Salonichi bezeugten es laut, daß kavy □Tra HDNO p. 103: TfcDl ruriBK NLN2 15) ClpDD nach neugriechischer Aussprache und mit der später bei den Ortsnamen so häufigen Accusativendung. 16) So glaube ichübersetzen zu dürfen.