Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Eine unbekannte messianische Bewegung unter den Juden
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 150 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3111067-3111068-3111207--0166-3111399- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
150 wird hier von R. Ebjathar am frühesten die Heilsbotschaft erwartet. Vielleicht hieß er noch nicht Nagid, wenn wir die Angabe richtig verstehen, daß der Vezir-Chalif Al-Afdhal dem R. Meborach zuerst den Titel: Fürst der Fürsten, d. h. den officiellen Charakter eines Nagid verlieht). R. Ebjathar hatte nun den Titel: Schuloberhaupt, d. i. Oberhaupt des Lehrhauses des Stolzes Zakobs oder Gaon°). Wie aber erst durch zwei Punkte eine Linie bestimmt ist, so gewinnen wir auch hier erst durch die Sicherung eines zweiten Punktes volle Gewißheit. Wer ist R. Tobija, der stets mit dem Prädikate: unser Lehrer ausgezeichnet wird und eine führende Rolle in der Judenheit von Salonichi gespielt hat? Unzweifelhaft, nicht nur wahrscheinlich?) Tobija b. Elieser, der Verfasser der unschätzbaren Catene von Midraschim und Auslegungen zu den fünf Büchern Mose und den fünf Rollen, Lekach tob. Die Zeitgenossenschaft R. Ebjathars, das Ende des 11. Jahrhunderts, sichert diese Annahme, die uns zugleich Rabbi Tobija in neuem historischem Lichte zeigt. Wir wissen nunmehr, daß der aus Kastoria in Bulgarien stammende Gelehrtes wahrscheinlich an der Spitze des Rabbinates, sicher aber in Salonichi gewirkt hat. Wir erfahren sogar aus dem Kreise seiner Familie, daß sein Neffe, der Sohn seines Bruders Jehuda und Namensträger sein es Vaters, der unter dem auszeichnenden Namen R. Elieser der Große im Munde der Nachwelt fortlebte, ebenfalls in Salonichi wohnte und hier der Erscheinung des Propheten Elia, wie man fabelte, und der Beschenkung durch ihn gewürdigt wurde. Wir brauchen jetzt R. Elieser den Großen") nicht mehr in Mainz zu suchen und befinden uns :'j S, Jewish Quartcrly Review IX,36: p, •'£' Q2',l inttep TtfN '22 by lrurav Auch der Nagid Nethanel, den Benjamin von Tudela kennen lernte, führt bei ihm den Titel: ra'2»'n twi o'iti'n "w btcro 'm- 6) Vgl. A. Harkavy, Studien und Mittheilungen III, 29 und IV, 414 Index s. v. und Kaufmann in Revue des etudes juives XVII, 304. 7) Neubauer a. a. O. 26. 8) Vgl. S. Bub er 2V& np^ (Wilna 1881) I, p. 9) S. Buber a. a. O. 16 ff. Neubauer a. a. O. 26 hält ihn für den Mainzer.