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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 127

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
[1] (1898)
Article
Alexanders Zug nach dem Lebensquell
Date
1898-01-01
Page
127 (sequence 19)
Language
German
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127 Butimar, Assans Sohn, der weiseste und erfahrenste von allen, hatte eine andere Ansicht. Er sprach zum König: „Wenn Du davon trinkst, so werden sich Dir Jahre an Jahre reihen. Deine Freunde und Diener werden dahinsterben. Du wirst Deine Kinder und Deine Gattin zu Grabe tragen und Dich umsonst nach ihnen sehnen. Jetzt stehst Du wie die Ceder des Waldes in Deiner Herrlichkeit und breitest Deine Zweige zum Himmel aus, und Dein Volk wandelt fröhlich in Deinem Schatten. Mit jedem Jahre aber werden Deine Zweige weniger werden und es wird um Dich öde sein, wie um den dürren Stamm, der trauernd in der Wüste steht." Der König billigte die Worte Butimars, begab sich wieder zum Palmbaum und siehe, das Wasser im Gefäß war vertrocknet. Das deutsche Alexanderlied des Pfaffen Lamprccht bringt nur Alexanders Zug nach dem Paradiese, der uns in großer Breite am Schlüsse des Romans geschildert wird. An Stelle des Augapfels aber, wie die talmudische Sage meldet, erhält der Held, wie in der Erzählung bei Carmoly, einen Stein von wunderbarer Leuchtkraft, den die herbeigerufenen Edelsteinkenner bald mit diesem, bald mit jenem Namen benennen. Derselbe läßt sich durch nichts aufwiegen, bis endlich ein Jude einen Federflaum und eine kleine Hand voll Erde bringt. Durch diese Dinge wird er plötzlich leicht und wiegt nicht mehr als jeder andere Stein von seiner Größe. Als der König nach der Deutung des Wunders fragt, spricht ein Jude (V. 7003—7013 und 7030—7055): -„Wollt ihr's verstehen recht. So wisset, Gott hieß machen So wunderbare Sachen, Dem Könige zu lehren: Er überhob sich großer Ehren. Auch seid ihr allgemein Gemahnet mit dem Stein. Daß ihr in nichts euch überhebet All die Weile, die ihr lebet. Bewahrt euch vor der Gierigkeit, Denu sie macht groß' Herzeleid.

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