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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 126

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
[1] (1898)
Article
Alexanders Zug nach dem Lebensquell
Date
1898-01-01
Page
126 (sequence 18)
Language
German
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126 einem Jahre finden könne. Zur Strafe dafür läßt ihn Alexander, da er ihn nicht tödten kann, in eine Säule einsiegeln. Nach großen Anstrengungen gelangen sie zur dritten Quelle (der fontane de Jouven.ce), die zum Dreißigjährigen macht. Sie liegt in einem herrlichen Thale auf einer Wiese und kommt aus dem Paradiese vom Wasser des Euphrat; vor der Quelle liegt ein goldener Löwe und in der Nähe von ihr stehen zwei prophetische Bäume. 56 Personen baden in der Quelle und werden wieder jung, auch die beiden, die den König zu der Quelle geführt haben, erscheinen ganz verändert. Die Unheil und Tod verkündenden Aussprüche der Bäume aber versetzen Alexander in großen Schrecken, er weint und wird schwarz und weiß wie Wachs und es dauert lange, bis er durch den freundlichen Zuspruch seiner Großen wieder seine Seelenruhe gewinnt und sein Thatendrang ihn zu neuen Unternehmungen anstachelt. Was die Legende hier von dem macedonischen Eroberer meldet, das wird auch aus, den König Salomo übertragen. Auch diesen weisen Herrscher, so erzählt Fr. Jakobs, schmerzte es tief, wenn er von dem Söller seines Palastes auf die herrliche Stadt und das reiche Land hinabschaute und sich überlegte, wie er mit dem Tode Alles verlassen müsse, was er mit Fleiß und Mühe geschaffen. Eines Tages, als er sich wieder in solchen Klagen ergangen, schwebte ein Engel zu dem Palmbaum, unter dem er saß, herab und ein diamantenes Gefäß strahlte in seiner Hand. „Ich komme von dem Throne des Ewigen," sprach er zu dem trauernden König, „Gott hat Deine Klagen vernommen und mich mit dem Wasser des Lebens zu Dir geschickt. Wer davon trinkt, wird nimmer sterben. Die Wahl ist Dein. Leben und Tod liegt in Deiner Hand. Thue nach Deiner Weisheit, die Dir verliehen ist." Mit diesen Worten setzte er das glänzende Gefäß an den Fuß des Palmbaums und kehrte zum Himmel zurück. Der König bedachte den Inhalt der Rede des Engels und da er zu keinem Entschlüsse kommen konnte, indem die Lust des Lebens und die Furcht, leben zu müssen, einander die Wage hielten, ließ er seine Räche berufen, erzählte ihnen, was sich zugetragen und fragte sie um ihre Meinung. Sie baten ihn alle, von dem Wasser der Unsterblichkeit zu trinken, nur

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