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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 125

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
[1] (1898)
Article
Alexanders Zug nach dem Lebensquell
Date
1898-01-01
Page
125 (sequence 17)
Language
German
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125 gleichkommen. Doch Chidher ertheilt ihm den Rath, eine kleine Hand voll Staub zu nehmen, welche den Stein aufwiegen werde. Alexander befolgt den Rath und es geschieht so. Da erkennt er, daß er trotz all seiner Größe und Macht nur Staub sei und die wahre Sättigung und Befriedigung seiner Herrschergelüste erst dann finden werde, wenn er selbst zu Staub geworden sei. Obwohl schon der syrische Dichter Jacob von Sarüg (f 521) die Legende von Alexanders Zug nach dem Lebensquell in seiner Homilie über Alexander bringt, so kommt sie doch in dem wahrscheinlich aus dem 7. Jahrhunderte stammenden syrischen Alexanderlied nicht vor?) Nach Bettachtung der morgenländischen Berichte erübrigt es noch, uns die abendländischen zu vergegenwärtigen. Wir beginnen mit dem französischen Alexandergedicht (Li Romans d’Alixandre par Lambert li Tors et Alexandre de Bernay, herausgegeben von Heinrich Michelant in Paris. Stuttg. 1846. Bibl. des literar. Vereins XIII). Das Unsterblichkeitswasser sprudelt hier in drei Zauberquellen in einer Wüste. Wer sich in der einen badet und 120 Jahre alt ist, wird wie ein dreißigjähriger, wer sich dagegen in der anderen badet, stirbt nicht, und wenn man in der dritten einen Todten badet, wird er wieder lebendig. Alexander erhält Kunde von ihnen auf seinem Zuge nach Westen durch vier seltsame Greise, die er hat einfangen und fesseln lassen. Er verspricht ihnen viel, wenn sie ihn hingeleiten. Es war im Monat Mai, als man sich zur Reise rüstete. Als sie an einer Quelle speisen wollten, meldete der Koch, daß zwei von den Fischen, die er habe in die Quelle halten lassen, wieder lebendig geworden seien. Alexander ließ einen Thurm bauen und das Wasser der Quelle hineinleiten. Enoc findet darauf die zweite, die unsterblich macht und badet sich darin, sagt aber bei seiner Rückkehr, daß Niemand die Quelle unter *) Der Roman ist nicht, wie Wright annimmt, die Wiedergabe einer arabischen Uebersetzung, sondern geht, wie Nöldeke in seiner gelehrten Abhandlung: Beiträge zur Geschichte des Alexanderromans (s. Denkschriften der Kaiser!- Akademie der Wissenschaften in Wien, Bd. XXVIII, 5. Beitrag, S. 14 ff.) darthut, auf ein persisches Original in Pehlewi zurück.

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