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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 124

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
[1] (1898)
Article
Alexanders Zug nach dem Lebensquell
Date
1898-01-01
Page
124 (sequence 16)
Language
German
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124 Pesikta de Rab Kahana 74 a b und Midrasch zu Leviticus 27 b. Da richtet der König Alexander die Frage an die Weisen, wie er in das Land der Finsternis in Afrika gelangen könne und er erhält zur Antwort: „Laß lybische Esel kommen, welche in der Finsterniß gehen können, und nimm Seile, das eine Ende binde an den Ort, wo die Finsterniß beginnt, fest und das übrige behalte in Deiner Hand, damit Du den Rückweg wieder finden kannst". Wie bei Firdüsi gelangt der König zuerst in eine Stadt, die von Weibern bewohnt ist, mit denen er einen Krieg anfangen will, es aber, von ihnen beschämt, unterläßt. Dann macht er an einer Quelle Rast, um Mahlzeit zu halten. Als man kleine gesalzene Fische als Zuspeise zum Brote in dem Wasser der Quelle wusch, erhielten sie plötzlich einen guten Geruch, so daß Alexander rief: „Die Quelle kommt aus dem Paradies." Nach einer Ansicht wusch nun der König sein Angesicht mit dem Wasser der Quelle, nach der andern ging er dem Wasser so lange nach, bis er wirklich zur Pforte des Paradieses gelangte. Daselbst erhob er seine Stimme und sprach: „Oeffnet mir die Pforte!" Man rief ihm aber die Worte entgegen: „Dies ist die Pforte des Ewigen, die Gerechten dürfen da eintreten" (Ps. 118,20). Da sprach er: „Ich bin ein König und bin hochgeachtet, gebt mir etwas!" Da erhielt er einen Augapfel. Als' er ihn aus eine Wagschale legte, war er so schwer, daß all sein Gold und Silber ihn nicht aufzuwiegen vermochte. Auf seine Frage, wie das zugehe, antworteten ihm die Weisen, daß es ein Augapfel von Fleisch und Blut wäre, der nicht gesättigt werden könne, er brauche aber nur ein wenig Staub zu nehmen und ihn damit zu bedecken, so werde die Wagschale leichter werden. Alexander verfuhr so, und die Wagschale schnellte sofort in die Höhe. In den Hauptzügen begegnen wir den talmudischen Relation auch in dem vierten Berichte Nizüntts, nur ist da nicht von einem Augapfel, sondern von einem kleinen Stein die Rede, den der König von dem die göttlichen Botschaften an die Menschen vermittelnden Engel Serosch im Lande der Finsterniß empfängt. Als der König bei seiner Heimkehr die Schwere des Steines auf einer Wage erprobt, findet er, daß selbst hundert andere Steine dem Gewicht des einzigen nicht

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