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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 121

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
[1] (1898)
Article
Alexanders Zug nach dem Lebensquell
Date
1898-01-01
Page
121 (sequence 13)
Language
German
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121 Finsterniß hat, in welche weder Mensch noch Dschan*) eintritt, und wir vermuthen, daß der Quell in dieser Finsterniß sich befinde." Dsulkarnein versammelte daraus die Weisen und Schriftgelehrten dieser Erde und diejenigen, welche die Zeichen des Prophetenthums kennen und sprach: „Findet ihr in den Büchern, die ihr lehrt, und in den Traditionen, welche von den Propheten und früheren Weisen überliefert worden sind, daß Gott einen Quell auf die Erde gesetzt hat, den man den Quell des Lebens nennt?" Alle autworteten: „Nein", nur einer sagte: „Ich habe im Testament des Adam gelesen, daß Gott eine Finsterniß in die Welt gesetzt hat, welche weder Mensch noch Dschan betritt, und in dieser Firsterniß ist der Quell der Unsterblichkeit." „Wo werde ich die Finsteruiß finden?" stagte er. Der Weise antwortete: „Im Horn der Sonne". Er sandte Boten, um die Weisen, Edlen und Könige zu ihm zu rufen; dann machte er sich auf und ging dem Aufgange der Sonne zu. Nach einem Marsch von zwölf Jahren erreichte er den Rand der Finsterniß. Dies war nicht die Finsterniß der Nacht, sondern es qualmte wie Rauch. Er schlug dort sein Lager auf, ließ die Gelehrten seines Hilfslagers zu sich rufen und sprach: „Ich gedenke in diese Finsterniß einzutreten." Sie riechen ihm alle, von seinem Vorhaben abzustehen, er aber bestand darauf, und nachdem er ausfindig gemacht hatte, daß junge Stuten unter allen Lastthieren bei Nacht am besten sehen, ließ er 600 kommen und wählte in seiner Armee ebenso viele Krieger aus, welche sich durch Entschlossenheit und Intelligenz auszeichneten, und ernannte Chidher zum Kommandanten des Vortrabes, welcher aus 2000 Reitern bestand; er selbst folgte mit den übrigen 4000. Beim Abmarsch befahl er dem Hoflager, das zurückblieb, zwölf Jahre auf chn zu warten, würde er innerhalb der Zeit nicht zurückkommen, so sollten sie das Lager abbrechen und in ihre Heimath zurückkehren. Chidher sagte: „O König! im Dunkeln wissen wir nicht, wie weit wir gegangen"sind, noch kann einer den andern schen; was sollen wir thun, wenn sich einige unserer Leute verirren?" „Wirf diese Muschel auf die Erde," versetzte der König, „und wenn sie einen Laut *) Dschan ist der Vater der Dschinnen oder Dämonen.

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