Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Alexanders Zug nach dem Lebensquell
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 120 (sequence 12)
- Language
- German
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120 kein Wort verstanden und die als Unheilstifter galten. Es war das Volk der Jadschudsch und Madschudsch (Gog und Magog der Bibel, vergl. Ezech. 38 u. 39). Er führte gegen dasselbe zwischen zwei Bergabhängen eine Mauer von Eisen auf und ließ über sie Erz gießen. Da das Volk diesen Wall weder übersteigen noch durchbohren konnte, so war es für die Nachbarvölker unschädlich geworden. Nach Tabari (839—923) in seiner großen Weltchrouik drang Alexander mit 400 Mann in die Finsterniß nach dem Nordpol zu, während die Sonne südlich von ihm stand, um den Quell des ewigen Lebens zu suchen. Sobald er die wilden Völker Gog und Magog in einem Kessel eingeschlossen hatte, wandte er sich nach Westen in das Land der Finsterniß, weil dort der Quell des Lebens ströme. Nach einer siebentägigen Wande- .rung durch finstere Wüsten strahlte ihm auf einmal ein grüner Schein entgegen, der Abglanz vom Gewände Chidhers, seines Ratgebers und Begleiters. Je näher er kam, desto mehr funkelte alles in smaragdenem Glanze. Grün wie das Meer an den Küsten im heiteren Sonnenschein spiegelte sich vor ihm der Quell des Lebens. Chidher schöpfte von dem Wasser und reichte Alexander eine Schale voll. Weil er aber zu gierig darnach griff, vergoß er sie und kehrte nicht wieder aus dem Lande der Finsterniß zurück. Nach dem Berichte des schäfi'itschen. Rechtslehrers und vorzüglichen Koraninterpreten Tha'alabi in seinen Geschichten der Propheten fol. 195 verdankte Alexander die Kenntniß des Lebensquells dem Engel Rafael (Jsrafil). Er schreibt: Dsulkaruein hatte einen Freund unter den Engeln, namens Rafael. Als dieser ihm einst mittheilte, daß die Engel und der heilige Geist sich im Himmel ohne Unterlaß mit der Anbetung Gottes beschäftigten, sprach der König: „Ich wünsche (ewig) zu leben und Gott zu dienen, wie man ihm dienen soll." „Wohlan," erwiderte der Engel, „wenn Du das willst, so wisse, daß es einen Quell auf Erden giebt, welchen man den Quell des Lebens nennt, und Gott hat es so bestimmt, daß, wer einmal daraus trinkt, nicht eher stirbt, bis er seinen Herrn um den Tod bittet." „Und wisset ihr Engel", fragte Dsulkarnein, „wo jener Quell ist?" „Nein," antwortete Rafael, „aber wir erzählen uns im Himmel, daß Gott auf Erden eine