Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Alexanders Zug nach dem Lebensquell
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 118 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3111067-3111068-3111205--0132-3111367- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
118 aufzusuchen. Viele Tage hat er schon unter großen Mühsalen auf der Reise zugebracht, da theilt sich plötzlich der Weg vor ihm in zwei Wege, in einen schmalen und in einen breiten. Aristoteles zieht ganz einsam, mit einer Lampe in der Hand, den schmalen, während Alexander mit seinem Heere den breiten einschlägt. Nach langem Umherirren von Ort zu Ort blitzt endlich ein Lichtstrahl durch, der ihm zeigt, daß er den Weg nach dem Lande der Finstemiß verfehlt habe. Der König wird krank, ein heftiges Fieber erfaßt ihn,' seine Geführten tragen ihn auf einem eisernen Schild und halten einen Goldschild über ihn. Da gedenkt Alexander einer Weissagung, daß er sterben müsse, wenn die Erde unter ihm zu Eisen und der Himmel über ihm zu Gold geworden sei. Als Leiche wird der König nach Alexandrien gebracht. Aristoteles dagegen hat den Weg zum Lebensquell gefunden und auch eine Schale Wasser für seinen König daraus mitgenommen. Doch er kann nur noch den Leichnam damit besprengen. Er selbst hatte es verschmäht, zu trinken, weil er die Unsterblichkeit für kein irdisches Glück hielt; er begnügte sich, den Leib mit dem Wasser zu besprengen. Doch schon die bloße Benetzung reichte hin, sich und dem Könige die Unsterblichkeit des des Namens zu sichern. Vergl. W. Hertz, Aristoteles in den Alexanderdichtungen des Mittelalters. (Abhandlungen der k. b. Akademie der Wissenschaften I. El., XU. Bd. 1. Abt. (1890), S. 33 f.) — Der erwähnte Zauberspiegel des Elias gehört neben dem Becher Dschems und dem Siegel Salomo's*) mit zu den wunderbaren Talismanen, die dem Inhaber das Verborgene im Himmel und auf Erden offenbarten. Die alten Könige Persiens unternahmen zur Erlangung des Zauberspiegels viele abenteuerliche Züge nach dem fabelhaften Gebirge Käs, welches den Erdrand wie ein Ring umgiebt. Wenn auch andere persische Dichter die Legende von Alexanders Zuge nach dem Lebensquell nicht erzählen, so spielen sie doch oft aus sie an. *) lieber Salomo's Siegelring vergl. die Sage von Aschmedai Gittin 68. Die vier anderen Reichskleinodien sind: der diamantne Schild des Kajomors, der undurchdringbare Harnisch, der Reiger von Simurgs Federn und das Flammenschwert.