Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Alexanders Zug nach dem Lebensquell
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 117 (sequence 9)
- Language
- German
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117 einen mitgenommenen Fisch vergessen hat, der durch das Wasser des Lebensqnells wieder lebendig wird und durch ein Rinnsal ins offene Meer hineinschwimmt. Der getrocknete Fisch ist ein Zug der späteren Legende. Alexander bleibt ganz außer dem Spiele, er befindet sich nicht einmal in der Nähe des Lebensquells. Ueber die dritte Darstellung, die nach Nizamis Angabe ans arabischer Ueberlieferung geflossen, können wir kurz hinweggehen, weil sie ein rein sufisches Gepräge hat. Nach ihr sprudelt der Lebensquell überhaupt nicht auf dieser sichtbaren profanen Erdenwelt, sondern gehört einer höheren unsichtbaren Welt an, darum ist alle Mühe, ihn zu suchen, vergeblich, kein sinnliches Auge kann ihn sehen. Nur der vom Sinnengenuß gänzlich abgewendete Mensch, der mit seinem Geiste grübelnd sich in das Wesen des göttlichen Seins versenkt, findet ihn, und indem er mit der göttlichen Substanz gewissermaßen eins wird, erquickt und labt er seine dürstende Seele im geistigen Anschauen der göttlichen Fülle. In neuem Zusammenhänge und mit mancherlei neuen Momenten schildert ein persischer Prosaroman den Zug Alexanders nach dem Lebensquell. Alexander hat ein Schiff auf das Meer gesandt, das von den 72 Völkern, die er sich bereits unterworfen, mit je zwei Offizieren und einem Matrosen besetzt ist. Unterwegs stößt das Schiff auf ein anderes, mit beffert Bemannung sich jene durch Zeichen verständlich machen und schließlich zur Hälfte sich gegenseitig austauschen. Als die fremden Leute nach Alexandrien kommen und die griechische Sprache gelernt haben, erzählen sie von einem Eroberer Alexander, der sich zahlreiche Völker unterworfen und zu einem großen Reiche vereinigt habe. Alexander, ganz erstaunt, einen Doppelgänger zu haben, faßt sofort den Entschluß, chu zu besiegen. Aristoteles sucht den König von dem Unterfangen abzuhalten und zeigt ihm durch den Propheten Elias in einem Zauberspiegel das Schicksal aller großen Eroberer der Vor- und Nachwelt. Von Eitelkeit und Sehnsucht getrieben, läßt er sich aber nicht warnen, sondern entgegnet, wer wirklich Großes leisten wolle, müsse die Sterblichkeit abwerfen. Er unternimmt hierauf die Reise in das Land der Finsterniß, um den ihm von Elias verheißenen Lebensqnell