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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 116

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
[1] (1898)
Article
Alexanders Zug nach dem Lebensquell
Date
1898-01-01
Page
116 (sequence 8)
Language
German
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116 und Leib. Darauf trinkt er von dem Wasser und erreicht dadurch die Unsterblichkeit. Ebenso tränkt und wäscht er in dem Quell sein weißes Roß. Dann besteigt er dasselbe, immer den Blick auf den Quell geheftet, damit er, wenn sich sein Herr und König nahe, ihm denselben sofort zeigen könne. Doch bald verschwindet der Quell und ist nicht mehr zu sehen. Auf diese Weise blieb es Alexander versagt, aus dem Quell sich unsterbliches Leben zu trinken. Der Grund ist derselbe wie bei Firdüsi, der König stand hinsichtlich der sufischen Vereinigung mit Gott noch weit hinter seinem Führer zurück. „Doch als ein Weilchen er den Blick ihm zugewandt. Urplötzlich jener Quell vor seinem Aug' entschwand. Und nun erkennt' er's wohl, da tief sein Wissen war. Versagt sei jener Quell Jskender immerdar! Und deshalb nur allein, nicht weil er Zorn empfunden. War Jenes Blick er selbst, wie ihm der Quell entschwunden!" (S. Ethv a. a. O. S. 357.) Nach der zweiten Darstellung Nizsmis, die angeblich griechischer Ueberlieferung folgt, unternehmen der Prophet Clias und Chidher gemeinsam die Reise zum Lebensquell. Sie gelangen an ein Wasser, wo sie Rast halten. Mit einem zur Wegkost mitgenommenen getrockneten Salzfisch wollen sie sich stärken. Um den Fisch von seiner salzigen Kruste zu befreien, hält einer (wahrscheinlich der Prophet Elias) ihn in's Wasser, doch kaum hat der Fisch das frische Naß verspürt, so wird er lebendig und entgleitet seiner Hand und er hat Mühe, ihn wieder einzufangen. Jetzt weiß Elias, daß er am Lebensquell sich befindet, er trinkt sogleich von dem Wasser und ruft auch seinen Genossen (Chidher) herbei und fordert ihn dazu aus. Sie erhalten beide unsterbliches Leben. — Der Prophet Elias steht nach diesem Berichte noch neben Chidher als Begleiter und Wegzeiger, in anderen Erzählungen erscheint er ganz in ihn übergegangen und mit ihm zu einer Person verschmolzen. Die Geschichte mit dem Fisch hat ihren Ursprung in einem Verse der 18. Sure des Koran. Da wird erzählt, daß Mose mit seinem Diener, unter den alle Kommentatoren Chidher verstehen, in der Nähe des Zusammenflusses der beiden Meere*) *) Wahrscheinlich des persisch-arabischen mit dem indischen Meere.

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