Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 31 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3111067-3111068-3111199--0039-3111280- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
31 größere Fortschritte, die jüdische Literaturgesellschaft in Ungarn bereitet eine große Bibelausgabe vor und läßt ein Jahrbuch mit werthvollen Beiträgen erscheinen, die jüdisch-historischen Gesellschaften in London und New-Aork geben ebenfalls sehr interessante und bedeutsame Publikationen zur Geschichte der Juden in diesen Ländern heraus. Die beiden hebräischen Literaturvereine in Warschau, Achiassaf imb Tuschija arbeiten wacker an ihrem Programm weiter. Zuletzt, doch nicht zuletzt müssen die Veröffentlichungen des hebräischen Literaturvereins Mekize Nirdamim mit hoher Anerkennung genannt werden, welcher in diesem Jahre ein werthvolles Responsenwerk, einen Beitrag zu dem Philosophenstreit über die. Werke Maimunis, den Schluß des zweiten Bandes vom Divan des Jehuda Halevi und andere Beiträge zur Religionsphilosophie und Exegese brachte. Es ist natürlich, daß in den theologischen Lehranstalten, die wir besitzen, das geistige Leben am kräftigsten pulsirt und daß die Programme und Jahresberichte dieser Hochschulen und Seminare für unsere Literatur von nicht geringer Bedeutung sind. Eine dieser Hochschulen, die Lehranstalt fiir die Wissenschaft des Judenthums, hat in diesem Jahre ihr 25jähriges Jubiläum gefeiert und diesem Anlaß verdanken einige interessante Publikationen ihre Entstehung, so die Geschichte der Anstalt von M. Schreiner, ferner die beiden Reden am Jubelfest von H. Steinthal und S. Neumann. Aber nicht nur der Literatur sondern sogar auch der Kunst des Judenthums fängt man jetzt an Beachtung zu schenken. Der Plan, ein Museum jüdischer Alterthümer zu Wien zu begründen, hat in Frankfurt a. M. Nachahmung gesunden und der erste Bericht über die Thätigkeit des für diesen Zweck begründeten Wiener Vereins gewährt weiten Kreisen einen Einblick in ein bis. dahin völlig verschlossenes Gebiet, das die Beiträge von D. Kaufmann und A. Epstein wohl zu erhellen in der Lage sind. Eine Statistik der jüdischen Zeitungen und Zeitschriften ist nicht leicht aufzustellen. Gar viele sind Ephemeriden, die es nicht über einige Nummern oder Hefte hinausbringen, Blätter, die der Sommer bringt und der Herbst wieder verweht. Ich verzichte daher auf jeden Versuch einer Statistik,