Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 27 (sequence 15)
- Language
- German
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27 Schon die erste bis jetzt erschienene Abtheilung liefert den Beweis, daß wir es hier mit einer tüchtigen Arbeit, nicht blos mit einer Uebersetzung zu thun haben. Von einzelnen Arbeiten ans dem Gebiete der Literaturgeschichte seien zunächst die beiden höchst bedeutsamen Publikationen von H. Brody genannt, der den Divan des Jehuda Halevi und nunmehr auch die weltlichen Gedichte von Salomo Gabirol hcrauszugeben begonnen, beides mit feinem poetischem Verständniß, mit großer Sachkenntniß und philologischer Akribie. Die Sinnsprüche der Philosophen, die Charisi aus dem Arabischen übersetzt, hat A. Loewenthal herausgegeben und ins Deutsche übertragen. Gabirol's Ethik hat K. Pollak nach römischen Handschriften neu edirt. Die Bibelexegese Maimuni's hat in Wilh. Bacher einen ebenso zuverlässigen wie tüchtigen Erklärer gefunden. Die Ankläger und Vertheidiger des Talmud während des Mittelalters hat E. Goitein in einem hübschen Vortrag geschildert. Ein jüdisch-bucharisches Gedicht: „Oluräaiäat" hat C. Saleman nach St. Petersburger Handschriften mitgetheilt. lieber die Verbindung zwischen den Juden in Malabar und New-Iork hat G. H. Ko Hut interessante Briefe veröffentlicht. * :i- Am wenigsten ist das Gebiet der Religionsphilosophie angebaut worden. Ein Versuch zusammenfassender Darstellung der jüdischen Religionsphilosophie danken wir S. Bernfeld und seinem Buche: Daath EloMm, von welchem wir jedoch bis jetzt nur die beiden ersten bis zu Abraham ben David gehenden Abschnitte besitzen, die indeß schon eindringende Sachkenntniß und Beherrschung des Materials verrathen. Die Frage der jüdischen Dogmen hat B. Felsenthal erörtert. In das Gebiet der talmudischen und rabbinischen Philosophie versuchte K. Lippe einzudringen. Einige Schriften, welche nicht speziell die jüdische Religionsphilosophie erörtern, gehören aber doch auch hierher, so die gekrönte Preisschrift von Max Grunwald: Spinoza in Deutschland, ferner die Arbeit von B. Seligkowitz: Elemente der monistischen Psychologie, ferner die scharfsinnige Untersuchung von Ludwig