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Der Jude · 1928-01-01 · 1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag · p. 168

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
10 (1928)
Issue
1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag
Article
Briefe Chaim Weizmanns
Date
1928-01-01
Page
168 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Bemerku ngen Ich schicke voraus, daß ich glücklich bin, diese Reise gemacht zu haben. Man sieht jetzt klar. Hochschulkurse: Hier habe ich Gaster, Zangwill und wahrscheinlich Gollancz gewonnen. Claude Montefiore ist verreist — er ist krank. Ich behandle die Kurse wie einen fait accompli. Afrikafrage: Die Sache ist so gut wie gefallen, aus tausend Gründen. Die hier weilenden Mitglieder der Kommission mit Ausnahme von Greenberg sind sogar gegen die Expedition, Zangwill hat sich verrannt und wackelt nun, die Regierung will, daß man erst mit dem High Comm. spricht und dann erst eine Expedition entsendet — auch das ist ein Rückzug, denn die öffentliche Meinung hier und dort ist gegen Uganda. Gaster eröffnet einen harten Kampf. Er will Herzl stürzen, er muß. Positives Palästinaprogramm wird von ihm ausgearbeitet, auch Bentwich geht mit, wenn auch gemäßigter. Bentwich und Keßler und Gaster behaupten, daß Ei- Arisch zu haben und zu kolonisieren ist. Gaster spricht von einer Palästinaaktion. Näheres später. Tschlenow, Bernstein-Kohan sind sehr tätig für den „Juden", haben schon bißchen Shares verkauft. Tschlenow hofft bis Neujahr 5000 Rubel zu haben, Bentwich will uns unterstützen. Donnerstag habe ich Rendezvous mit Sir Harry Johnston. Man kann vieles durch G .... machen. Er wollte mir ein Rendezvous mit Lord Percy, Sekretär des Foreign Office, vermitteln, aber Lord Percy ist nicht in London. Geld ist jetzt unbequem hier zu verlangen, man kann es aber hier mit der Zeit haben. Man wird es aber sehr brauchen. Um Gottes willen, sende was Du bekommen kannst, ich komme nach Genf jetzt ohne Pfennig. Habe hier einige Geldbriefe geschrieben — aber? . . . Ausführlich schreibe ich aus Genf. Machst Du das Memorandum? Told klagt, daß Du ihm nicht schreibst. Habe einen Haufen Material über Uganda. Schreibe sofort nach Genf. Gehe von hier via Brüssel, Darmstadt nach Hause und bin in Genf Sonntag. Viele herzliche Grüsse Dein treuer Chaim III. Vertraulich! Bruxelles, Hotel de Cologne, 16. X. 03. Mein lieber Martin! Gestern abends aus London abgereist, heute hier und beeile mich, Dein 1. Schreiben zu beantworten. In London, ich darf es sagen, ist vieles erreicht. Für die Kurse sind Gaster und Gollancz gewonnen, Zangwill bloß als Comitemitglied. Dann brachte ich alles in Erfahrung. Gestern war ich bei Sir Harry Johnston, der mich ausgezeichnet empfing und in absolut sicherer "Weise die vollständige Unmöglichkeit des Afrika-Projektes nachwies. Den Vorschlag der engl. Regierung bezeichnete er kurzweg als eine Ironie Über das jüdische Volk. Näheres in einem speziellen Expose, das ich in Genf machen werde. Ganz unschuldig erzählte er mir nebenbei, daß er mit einem Colonel Goldsmith über El-Arisch seit einiger Zeit spricht, und sie sind beide der Überzeugung, daß es ein vorzüglich zur Kolonisation geeignetes Land ist, die Wasserfrage kann in 6 Monaten gelöst werden, der Widerstand der ägypt. Regierung geht zu brechen etc. etc. Ich war ganz stumm! . . . Johnston ist ein eifriger Palästinafreund und Philozionist in unserem Sinne. Er versprach mir, auf einem Meeting 168

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