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Der Jude · 1928-01-01 · 1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag · p. 169

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
10 (1928)
Issue
1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag
Article
Briefe Chaim Weizmanns
Date
1928-01-01
Page
169 (sequence 4)
Language
German
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Bemerkungen zu sprechen, wenn ich ihn einlade. Dann schlug ich ihm vor, daß ich ihm ein Expose über unseren Zionismus überreichen werde, er soll es anderen Parlamentsmitgliedern und der Royal Asiatic Society überreichen. Er nahm den Vorschlag an, und nun gilt es, das Expose in 8 Tagen zu machen. Eine klare Darstellung und Begründung des Z. Lieber Martin! Leg alle Arbeiten bei Seite und mache das, ich brauche kein Wort hinzuzufügen, wie wichtig das ist. Evans Gordon wird auch das Expose verbreiten, Gaster unterstützt uns. Ausführlich kann ich Dir nur aus Genf schreiben. Ich habe zuviel Eindrücke und war noch nie so glücklich wie jetzt. Auch wir können Diplomaten sein, ah? — Müde bin ich aber. Mit der Encyclopädie will ich die Sache richten. Es freut mich, daß Du sie fallen läßt, lieber das Examen. Ob ich die Stellung annehme, weiß ich nicht; ich habe gute Aussichten in England und ich muß auch der Sache wegen dort sein . . . Über München, Berlin etc. schreibe ich Dir aus Genf näher, ebenso über Memorandum, über die Kurse. Nachrichten aus Rußland laufen spärlich ein. Tschlenow und K. B. schrieben, Ussischkin ist erst dieser Tage gekommen. Für den „Juden" fängt an, das Geld einzulaufen. Errera werde ich fallen lassen, ich will aber hier mich in der Kolonie umsehen und eine Agitation für den Z. vorbereiten, auch Elysee Reclus sprechen und im Colonialamt sein. Das Material über Uganda habe ich vollständig. Ich glaube, Du wirst mit mir zufrieden sein. Wenn Herzl so was erreicht hätte, so hätte man schon von gigantischen Erfolgen gesprochen. Noch die stereotype Bitte. Ich komme jetzt nach Genf pauvre comme un rat d'eglise. Pump, borge, sorge und stampfe mir 100 Fcs. aus der Erde, ich muß Pension zahlen, 150 Fcs. — „Juden"-Geld besorge ich. Depeschiere mir gleich Deine Meinung über meine „Diplomatie" und ob Du die Ausarbeitung des Expose, welches wichtig und dringend ist, übernimmst. Ich werde morgen in Bern Stein besuchen und bin übermorgen in Genf. Also eine Depesche und einen Brief. Herzlichst Dein müder, aber froher Chaim An der Kulturkonferenz werde ich mit Freuden teilnehmen. Wann fährst Du nach München etc.?! ITelegrammU IV. Bureau „Jüdische Hochschule" Genf, 25. 9. 03. Rue Lombard 4. Liebe Freunde! Ich möchte Euch in Kurzem einen Plan mitteilen, der mir bei dem jetzigen Stand der Hochschulsache sehr diskutabel erscheint und der bei seiner Verwirklichung außerordentlich zur Hebung des gauzen Unternehmens beitragen könnte. Es läßt sich in zwei Worten sagen — die Begründung Jüdischer Ferial-Hochschulkurse, mit einem glänzenden jüdischen Programm, mit den besten Kräften, die wir haben, nach der Art der Salzburger Kurse, der zu Cambridge etc. Ich meine keine Volksuniversität, sondern ebenso wie in Salzburg. Das ist etwas Reales, Großes und verhältnismäßig leicht Durchführbares, zugleich Anfang und Vorbereitung der Hochschule, wo sie auch sein mag, dann die schönste nationale Demonstration, kurz viel mehr als „das Nachtasyl". Es ist zu verlockend und ohne ein weiteres Wort über die sehr schwere 169

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