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Der Jude · 1928-01-01 · 1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag · p. 26

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Journal
Der Jude
Volume
10 (1928)
Issue
1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag
Article
Die Biologie des Zionismus
Date
1928-01-01
Page
26 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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Markus Reiner den" (dritte Rede). Er legte „das Schicksal der Welt in die Hand des Täters64. Ein Buher-Kommentar Ich überlese, was ich schrieb und finde: dieser Brief ist bis jetzt ungewollt ein Buber-Kommentar in der Nußschale, mein Buber-Kommentar geworden. Zusammengefaßt: Das jüdische Volk ist jener Teil der Menschheit, in der diese sich ihrer Existenz als eines lebendigen Wesens zuerst und zustimmend bewußt wurde, dh. die Gestaltung der messianischen Welt als eines Ortes der Erfüllung des Lebens und Überwindung des Todes durch die Tat zum Ziel sich setzte. Diese Interpretation, fürchte ich, wird Ihnen sehr eigenwillig erscheinen. Ich will zu ihrer Unterstützung nur kurz darauf hinweisen, daß auch gleich in der nächsten, vierten, Rede Buber wieder von einer sehr somatisch-biologisch fundierten Unterscheidung menschlicher Grundtypen ausgeht und daß nach ihm die Prophetie, „zu welcher Höhe allgemeinen Geistes sie sich auch erhob" (also einschließlich offenbar der messianischen Verheißung und ihres göttlichen Ursprungs), doch „immer in diesem natürlichen Leben wurzelte", ja noch mehr, „immer wollte ihr allgemeiner Geist einen Leib aus dieser besonderen kanaanäischen Erde anziehen". Und dies ist dann seine, Bubers, radikale Fun* dierung des Zionismus. Sie ist eine Fundierung in der Biologie. Der neue Geo- und Anthropozentrismus Dies ist nun aber allerdings ein Geozentrismus, gegen den die ptolomäische Weltauffassung als eine relativistische erscheint. Spricht Buber von Gott und will ihn auf der Erde verwirklichen? Als Laplace sein Fernrohr auf den Weltraum richtete und darauf den Gottesgläubigen mitteilte, er hätte dort keine Spur von Gott gefunden, fiel es weder ihm noch diesen ein, ihn auf der Erde suchen zu wollen. Es war ihnen selbstverständlich, daß er, wenn irgendwo, so nur im Himmel zu finden wäre. Seit Kopernikus stand die Erde so sehr abseits, ein Kügelchen, ein Nichts, und, fügen wir hinzu, seit Darwin der Mensch zusammen mit allem Leben nichts weiter als ein Schimmelbelag darauf ... es gab keinen Platz mehr für Gott in dieser ganzen Welt, ebensowenig wie ein Zeugnis für ein Jenseits . . . Bis daß Laplaces Nachfolger etwas Sonderbares entdeckten. Sie fanden wohl keine Spur von Gott im Weltenraume, sie suchten gar nicht mehr danach — sie fanden aber auch gar keine Spur von Leben, soviel sie auch danach suchten. Sie fanden keine Spur des Lebens, geschweige denn eines 26

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