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Der Jude · 1928-01-01 · 1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag · p. 17

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Journal
Der Jude
Volume
10 (1928)
Issue
1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag
Article
Der junge Buber und der Herzlsche Zionismus
Date
1928-01-01
Page
17 (sequence 13)
Language
German
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Der junge Buber und der Herzische Zionismus Generation", eine „große und radikale Volkserziehung". Zionismus soll „ein Neuland des Geistes und neue Formen des Zusammenlebens von Menschen stiften". Dahin führt ein langer Weg, Arbeit von Generationen, nicht von Jahren. Nur mit dem Mute tätiger Resignation, nur mit aufopferungsvoller Arbeit für künftige Geschlechter kann er begangen werden. Diesem Programm ist Buber immer treu geblieben. Der Jüdische Verlag sollte ihm ebenso dienen wie über ein Jahrzehnt später die Zeitschrift „Der Jude" und wiederum ein Jahrzehnt später der Plan einer Jüdischen Volkshochschule in Palästina. Zionisten sollen nicht bekennen, sondern sein. Der Zionismus fordert den ganzen Menschen, er und das Judentum sind die Frage jedes einzelnen jüdischen Menschen. „Die wahre Judenfrage ist eine innere und individuelle, nämlich die Stellungnahme jedes einzelnen Juden zu der ererbten Wesensbesonderheit." „Wo irgendein Jude lebt, da ist das ganze Rätsel des Judentums." Von dieser Erkenntnis ist später Bubers erste Rede über das Judentum getragen. Das Todesjahr Herzls bedeutete für Buber seine endgültige Zurückziehung von der Parteiarbeit. Noch im Herbst 1903 hatte er geplant, mit Chaim Weizmann gemeinsam in Berlin eine Monatsschrift „Der Jude" herauszugeben. In der Ankündigung hieß es: „Nicht wie die meisten wollen wir ein Stück aus dem lebendigen Organismus der Nation herausreißen und es als das Judentum, als den Inbegriff seines Wesens und seiner Bestimmung hinstellen. Wir wollen nicht von einer mehr oder minder niedrigen Parteiwarte aus die Erscheinungen eines großen Volksschicksals messen. Eine junge Generation, geschaffen von diesem Schicksal und von ihm getragen, will die vielen Probleme, die sie staunend auf ihrem Wege findet, von klaren unbefangenen Augen erfaßt und von sicheren Händen dargestellt sehen, um sie ganz zu erkennen. Für diese Generation, die ihr Volk in sich erlebt, ist das Judentum nichts Gewesenes und Abgeschlossenes und nichts in starre Formeln Gebanntes, sondern das lebendige Volkstum in seiner ganzen Weite und Tiefe, in seiner Vielfältigkeit, in allen seinen Formen und Kundgebungen. Aber nicht um seiner selbst willen soll der Erscheinungskomplex des modernen Judentums gesucht und aufgedeckt werden. Es soll versucht werden, die Bestimmung des Volkes aufzuzeigen und aus der Erkenntnis heraus seinen Zukunftswillen zu entfachen." Die Zeitschrift ist nicht erschienen. Unter veränderten Umständen sollte Buber zwölf Jahre später den Plan aufnehmen. Als ein veränderter Mensch. Ihm war der Zionismus von Anfang an Wiederanknüpfung an das großväterliche Haus, an die Eindrücke 2 Der Jude, Sonderheft 17

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