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Der Jude · 1928-01-01 · 1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag · p. 18

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Journal
Der Jude
Volume
10 (1928)
Issue
1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag
Article
Der junge Buber und der Herzlsche Zionismus
Date
1928-01-01
Page
18 (sequence 14)
Language
German
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Adolf Böhm der Knabenzeit gewesen. Er vertiefte sich in den Jahren von 1902 bis 1904 immer mehr in die jüdische Überlieferung, in die Kenntnis des Volkstums und seiner Literatur, seiner schöpferischen Urkunden. Er ging in immer steigender Gründlichkeit an das Werk. Er bahnte sich den Weg zu den Urkunden in ihrer Sprache, er baute die in der Jugend erworbenen, dann wieder vernachlässigten Kenntnisse der hebräischen Sprache aus. Und er begann zu lernen, zu lernen in der Art seiner Ahnen. Aber in ihre Weise erst hineinwachsend, „erst immer wieder von spröder, ungelenker, ungestalter Materie abgestoßen, allmählich die Fremdheit überwindend, das Eigene entdeckend, das Selbst anschauend, mit wachsender Andacht". Da stieß er auf den Chassidismus. Er zog sich vom Parteileben zurück. Jahre hindurch veröffentlichte er keine Artikel mehr, hielt keine Reden, war nicht im Verlag oder in Komitees tätig. In Stille und Zurückgezogenheit rang er mit dem Chassidismus. Von seinem Gange in die Einsamkeit kehrte er als ein Reifer zurück. Er hatte die Gefahren der Zersplitterung, die in seinem Wesen schlummerten, seinen Hang zum Parteimenschen und Literaten überwunden. Er hatte seine Kräfte zu einer Einheit gesammelt, er hatte sich unter das Gesetz gestellt, das in seinem Innersten herrschte und dessen Auftrag er von nun an vollzog. Als er in die Öffentlichkeit zurückkehrte,, war der Durchbruch geschehen. Aber auch der Gewandelte konnte und durfte an das anknüpfen, was er vorher verkündet hatte* Sein Leben stellt eine Einheit dar, ein Wachstum und Reifen* eine Reihe von Begegnungen, die ihn bestimmen, aber keinen Bruch. Die Grundlagen dieser Einheit hat schon der Jüngling aufgestellt. ADOLF BÖHM 3föee unU ©rganifatton Trotz aller „ökonomischer Geschichtsauffassung" sind sehr viele geschichtliche Bewegungen, die bedeutende Umwälzungen hervorgerufen haben, rein geistig determiniert gewesen. Man braucht nicht in die Vergangenheit zu schweifen, um dafür Beispiele zu finden; der moderne Nationalismus ist in sehr vielen seiner Formen ganz unabhängig von aller Ökonomie. Es wäre z. B. gänzlich vergeblich, den Fascismus, seine Entstehung, seine Art und seine heutige Gestalt rein ökonomisch determinieren zu wollen. Ein anderes Schulbeispiel ist der Zionismus. Wohl hat es nicht an Versuchen gefehlt, auch ihn als rein ökonomisch bestimmt zu erklären (Anfänge der Poale Zion), aber dies war nur auf sehr 18

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