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Der Jude · 1925-01-01 · 3 (1926) Sonderheft Judentum und Deutschtum · p. 22

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Journal
Der Jude
Volume
9 (1925-1927)
Issue
3 (1926) Sonderheft Judentum und Deutschtum
Article
Die Judenfrage
Date
1925-01-01
Page
22 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Katharina von Oheimb aus dem „Wundsein" wieder den größten Teil ihres an sich schon geringen Aufklärungswertes, denn wie kommt es, daß die Berührung anderer, nicht antisemitischer Völker mit den Juden ,Reibungslos" verläuft? Immerhin will mir scheinen, daß an dem „Wundsein" doch etwas richtiges bleibt und daß die Reibung sich daraus erklärt, daß in Mitteleuropa infolge der Kriegs- und Nachkriegszeit und des starken Zuströmens von neuen, noch nicht mit dem neuen Gastvolk assimilierten Juden aus d^em Osten die Berührungen mit den Juden unverhältnismäßig häufiger und dadurch zur Reibung und schmerzhaft geworden sind. Hinzu kommt, daß nun allerdings die Juden — und darin unterscheiden sie sich von den Zigeunern und das führt uns auf das obige „unverträglich" und „unerträglich", auf die besonderen Eigenarten zurück, die im Juden liegen müssen — eine keineswegs weiche, reibungsunfähige, sondern eine außerordentlich harte Rasse sind. Die Juden haben nicht nur eine fast einzigartige Fähigkeit der Rassebehauptung, sondern sie sind sogar eine ausgesprochene Herrenrasse. Ihr uralter Glaube, das auserwählte Volk Gottes zu sein, ist genau so wenig ein Zufall, wie das Gottesgnadentum, das jeder Engländer sich zuspricht oder wie der unerschütterliche Stolz des ersten Römers: „Givis Romanus sum." Alle drei sind, trotz starker geistiger Verschiedenheiten echte Herrenvölker, und jeder Jude, mag er aus Klugheit, solange es nottut, auch noch so sehr sich anpassen, trägt in Gedanken, wie es Napoleon von seinen Soldaten sagte, „den Marschallstab im Tornister". In diesem Herren- und Machtanspruch der Juden, das sei offen ausgesprochen, scheint mir der Grund zu liegen, weshalb wunde Völker eine Abwehrstellung gegen die Juden einnehmen, antisemitisch sind, während starke Völker den Juden freien Spielraum lassen, weil sie sich stark genug fühlen gegenüber dem jüdischen Machtanspruch. Trotzdem komme ich jetzt zu meiner Anfangsthese zurück: Antisemitismus ist Geschmackssache. Das mag solchen „nationalen" Deutschen, für die Nationalsein und Antisemitismus gleichbedeutend ist, geradezu als eine Herausforderung, als eine Verleugnung meines Deutschtums, als eine Vaterlandslosigkeit erscheinen. Mir liegt nichts ferner als das und ich bin mir meines altrheinischen Blutes viel zu sehr bewußt und viel zu stolz darauf, als daß ich nicht Anspruch darauf erhöbe, so gut deutsch und so wahrhaft national wie nur eine oder einer zu sein. Aber ich kann aus der Tatsache, daß die Juden eine Herrenrasse sind und daß jeder Jude mit dem Anspruch auf Macht, auf den heimlichen Marschallstab auftritt, nicht zum Antisemitismus kommen, weil der Antisemitismus weder die einzig 22

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