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Der Jude · 1925-01-01 · 2 (1926) Sonderheft Erziehung · p. 75

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
9 (1925-1927)
Issue
2 (1926) Sonderheft Erziehung
Article
Das hebräische Schulwerk in Palästina
Date
1925-01-01
Page
75 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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Das hebräische Schulwesen in Palästina der Lehrerpersönlichkeiten, die großenteils, wenigstens für die höhere Schule, auf europäischen Universitäten herangebildet wurden und von Arbeitsmethoden wohl aus der Literatur und aus Seminaren, aber nicht aus praktischer Arbeit wissen. Hier hilft vielfach der Versuch weiter, mehrere Fächer miteinander zu verbinden, so daß etwa die Kinder während des Tischlereiunterrichts sich Geräte für den Physikunterricht anfertigen. Bemerkenswert ist hier der Versuch der Haifaer Realschule, in einem Arbeitsmonat ein Zusammenarbeiten aller Lehrer einer Klasse für ein bestimmtes Ziel herbeizuführen. Eine Klasse baut etwa das Relief des Karmel mit allen Einzelheiten: der Geographielehrer wirkt dabei ebenso mit wie der Handwerkslehrer, mathematische und physikalische Aufgaben sind damit verbunden, und auch die Geschichte läßt sich manchmal mit derartigen gegenständlichen Aufgaben verbinden, ebenso wie etwa die Bibel dadurch herangezogen werden kann, daß die Erwähnungen des Karmel nachgeschlagen werden. Diese Darstellung beschränkte sich absichtlich auf die Schulen des Waad Hachinuch, die direkt der Zionistischen Organisation unterstehen. Nicht behandelt wurden bisher die der Arbeiterschaft, die der Waadath Hatarbuth unterstehen. In ihnen ist der Gedanke der Erziehung zu Mitgliedern des arbeitenden Erez Israel der vor allem leitende und auch vielfach verwirklicht. Die Schulen des Emek stellen in mancher Beziehung den fortgeschrittensten und vorbildlichsten Typus der palästinensischen Schule dar, vor allem, weil dort der Gedanke einer in engster Verbindung mit der Siedlung stehenden arbeitenden Kindergemeinschaft verwirklicht worden ist. Das Gesagte gilt auch von Kfar Jeladim, dem Kinderdorf, das zwar nicht formell, aber dem Geiste nach im Sinne der palästinensischen Arbeiterschaft arbeitet. Was das Verhältnis der Schulen der Waadath Hatarbuth zu denen der Zionistischen Organisation anlangt, so besteht heute eine weitgehende Trennung beider Schultypen. Zwar erhält die Arbeiterschaft für ihr Schulwerk den größten Teil der Mittel vom Keren Hajessod, ohne daß aber diese Gelder etwa im Budget der Erziehungsabteilung eingeschlossen sind. Sie gehen vielmehr, charakteristisch genug, durch das Arbeitsdepartement der Exekutive und werden von der Arbeiterschaft autonom verwaltet. Neuerdings hat die Arbeiterschaft ihre Zustimmung dazu erteilt, daß die nach dem Lehrerstreik geschaffene Kommission ihre Schulen kontrolliert und hat sich bereit erklärt, den Vorschlägen dieser Kommission zuzustimmen. Hoffentlich ist das Ergebnis dieser Prüfung eine Verbindung, die den inneren Charakter der Schulen der Arbeiter- 75

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