Mannheim
Compact Memory

Der Jude · 1925-01-01 · 2 (1926) Sonderheft Erziehung · p. 48

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
9 (1925-1927)
Issue
2 (1926) Sonderheft Erziehung
Article
Das Kinderdorf im Emek Jesreel
Date
1925-01-01
Page
48 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3101111-3101214-3101217-3110228--7846-3110308
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Sch. S. Pugatschow S.: Es gab Streitigkeiten zwischen den Kindern und die Exekutive hat sich nicht darum gekümmert. R.: Ich finde, daß es in der Frage des Friedensgerichts noch viele ungeklärte Dinge gibt. Meiner Ansicht nach gab es viele große Sünder, die die Exekutive vor das Gericht zu stellen nicht für nötig hielt, und gerade die kleinen Sünder brachte man vor ein öffentliches Gericht. Derartige Dinge müssen in Zukunft vermieden werden. G.: Ich finde, daß seit dem Bestehen der Exekutive sich unser gemeinsames Leben gut entwickelt. Bisher bestand gar keine Einsicht in die Art unseres Lebens. Die Exekutive hat es so geordnet, daß wir unsere Arbeit verstehen sollen, dadurch, daß Berichte über unsere Arbeit im allgemeinen abgegeben werden. C h.: Die Exekutive kann in unser Leben noch viel mehr Neues bringen. Das Schlimmste, was es unter den Kindern gab, hat sie gebessert und die neue Exekutive kann auf den Ergebnissen der Versuche weiter arbeiten, da wir alle schon an das neue Leben gewöhnt sind. Aus den Worten von B. folgt, daß auch die Mitglieder der Exekutive sich nicht immer richtig verhalten haben. G.: Das Verhältnis zu den Unterrichtsstunden und zur Arbeit z. B. war früher so, daß an ihrer Stelle entweder Krocket gespielt oder garnichts getan wurde. Erst die Exekutive hat ein achtungsvolles Verhältnis zur Bildung und zur Arbeit hervorgerufen. R.: Die Exekutive hat sehr schön gearbeitet. In dem uns benachbarten Zimmer aber, wo großenteils Mitglieder der Exekutive schlafen, unterhält man sich immer bis in die späten Nachtstunden und stört uns dadurch; und wenn wir an die Wand klopfen, um sie zum Schweigen zu bringen, so tun sie, als ob sie nicht hörten. Und dabei hat erst vor kurzer Zeit die Exekutive zwei Schülerinnen vor Gericht gestellt, weil sie den Schlaf der anderen gestört haben. Es ist nötig, daß man nunmehr auch die Exekutive vor das Gericht stellt. R.: Alle stimmen darin überein, daß die Exekutive gut gearbeitet hat. Aber warum erwähnt hier niemand, daß ich einmal während der Arbeitszeit an ein Mitglied der Exekutive, das die Wirtschaftsangelegenheiten zu regeln hatte, herantrat und es bat, bei einem Gefährten dafür zu sorgen, daß er mich arbeiten lasse, und zwar handelte es sich um einen derjenigen, der sich nicht an den Wahlen beteiligte und auch nicht gehorchte. Warum erwähnt man solche Fälle nicht? D.: Warum wird die Arbeit nicht gerecht eingeteilt? Wir haben z. B. zwölf Arbeitsgebiete und doch gibt es Kinder, die im Laufe von acht Monaten schon zweimal in der Küche gearbeitet haben. S.: Vor dem Bestehen der Exekutive interessierten sich viele Kinder nur für das Spiel. Die Exekutive lenkte ihr Interesse auf Arbeit und Unterricht. P.: Warum verhinderten die beiden Mitglieder der Exekutive, die sich mit Wirtschaftsangelegenheiten befaßten, nicht die Verschwendung des Brotes? R.: Manche glauben, daß wir die Exekutive kritisieren, sie in ihrer Stellung herunterdrücken. Aber das ist nicht richtig. Es gibt Gutes und Schlechtes: das Schlechte muß man verbessern und das Gute so fortsetzen. R. R.: Die neue Exekutive muß das allgemeine Baden am Freitag regeln und dafür sorgen, daß man nicht die Kleider in der Dusche hängen läßt. C h. R. spricht über das Verhältnis der Jungen zu den Mädchen. Die Mädchen haben viel von den Jungen zu leiden. Die neue Exekutive soll auf diese Frage ihr Augenmerk richten. 48

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.