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Der Jude · 1925-01-01 · 1 (1925) Sonderheft Antisemitismus und Volkstum · p. 75

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
9 (1925-1927)
Issue
1 (1925) Sonderheft Antisemitismus und Volkstum
Article
Die Völker und die Juden
Date
1925-01-01
Page
75 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Die Völker und die Juden keit, die Linie des Perildes, des Augustin, des Gomenius, des William Penn fortzusetzen; die Aufgabe des jüdischen Staatsmannes erscheint als die geistigste unter allen staatsmännischen Aufgaben der Welt, sie führt geradeswegs zur Amphiktyonie, sie setzt an die Stelle des menschlichen Oberhauptes den Namen Gottes. Die Bausteine zu dem neuen Staate liegen unbehauen umher, aus Zusammenbrüchen gelockert, aus Verwerfungen übrig geblieben. Von dem heterogenen Staat, der die Völker sammelt, erscheint das zionistische Werk als ein Vorzeichen, zuweilen als eine ganz unbeholfene, blasse Skizze. Einerlei, es kann garnichts anderes als ein Stück von einem Anfang sein. Der Jude ist weniger als die Völker der Gefahr ausgeliefert, den Einfluß eines Gedankens nach der Zahl seiner Bekenner abzumessen. Das Geschwätz, das den Weg des Judentums durch die Völker begleitet, wechselt nach den Konstellationen. Ist der Weg notwendig, so reihen sich seine Abschnitte rasch aneinander, jeder einzelne ohne Bestand, alles ein Übergang wie die Zeit selber; auch die Vielheit der Völker besteht ja nur in der Zeit, aber ohne sie wäre jedes einzelne ohne Dimensionen. Die Gegenwart offenbart die Relativität auch der mächtigsten Staaten; wie lange noch, so wird jedes einzelne Volk gezwungen sein, den Gedanken seines Staates noch einmal zu denken und das Seiende mit allen seinen Fiktionen in die bare Wirklichkeit umzuschmelzen. Wir kennen nicht die Bedeutung des jüdischen Weges unter den Völkern, aber in den Wirrnissen des europäisch-christlichen Geschichtsabschnittes ging die Möglichkeit zur messianischen Bedeutung dieses Weges nie verloren. Handelte es sich bei der Rückwendung nach Palästina nur darum, eine Machtstelle aufzurichten, die etwa der des Vatikans oder einer der großen Logen entspricht, so hätten jene Recht, die sagen, daß es dazu des Opfers der Armen nicht bedürfe; solche Ziele seien aucii zu erreichen ohne das gefährliche, fast aussichtslose Werk der Wiederaufrichtung. Handelte es sich nur um eine neue Festigung des jüdischen Volkesin seinem Ausgesondertsein, in seiner „schwebenden Sendung", so hätten jene Recht, die sich in der Treue zum Gesetz genügen und die Geschäftigen verdammen. Aber es handelt sich nicht um die Macht, sondern um den Frieden. Es handelt sich im Zionismus nicht um den alten Ausschluß, sondern um einen Aufbruch, um den Gehorsam der Einzelnen. Den erblindenden und frierenden Völkern strahlt aus dem jüdischen Glauben, der zur Tat wird, bereits etwas wie die Heiligkeit eines wirklichen Lebens, wie der Klang einer höheren Bestimmung. Für den Juden gibt es vor den fatalen Dingen seines Weges keine Rettung durch die Hinwendung zu den Völkern und im Aufgehen unter ihnen. Es gibt für 75

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